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Nördlinger Ries - 25.4.09 - Tag 2
Aufschlüsse im Ries-Krater


Das Nördlinger Ries ist eine Region im Grenzgebiet zwischen Schwäbischer Alb und Fränkischer Alb im Städtedreieck Nürnberg - Stuttgart - München. Es gehört zum größeren Teil zum bayerischen Landkreis Donau-Ries, zum kleineren zum württembergischen Ostalbkreis. Das nahezu kreisförmige, flache Ries hebt sich auffällig von der hügeligen Landschaft der Alb ab. Aufgrund der im Ries gefundenen Gesteine, insbesondere dem Suevit, wurde das Ries zunächst für eine vulkanische Struktur gehalten. Erst 1960 konnte nachgewiesen werden, dass es sich um die Überreste eines etwa 14-15 Millionen Jahre (man findet auf nahezu jeder Internetseite darüber andere Werte, die sich allerdings im Rahmen von 14-15 Millionen Jahren bewegen) alten Einschlagkraters handelt, der aus dem Ries-Ereignis hervorging. Trotz des Alters zählt es zu den am besten erhaltenen großen Impaktkratern der Erde.


Aussehen

Das Nördlinger Ries ist nahezu kreisrund (Abmessung etwa 22 x 24 Kilometer). Die Flächenausdehnung beträgt 348 km2.[1] Der Krater ist aufgrund seiner Größe und der starken Verwitterung nur aus der Luft deutlich zu erkennen. Vom Boden aus erscheint der Kraterrand als eine bewaldete Hügelkette ringsum am Horizont. Der heutige Kraterboden, in dem es, im Gegensatz zur angrenzenden hügeligen Alblandschaft, keine größeren Erhebungen gibt, liegt rund 100 bis 150 Meter unterhalb der umgebenden Hochflächen der Schwäbisch-Fränkischen Alb. Eine Ausnahme bildet lediglich eine ringförmige Hügelkette im Inneren des Kraters (Innerer Wall, Innerer Ring oder Kristalliner Ring), die das Nördlinger Ries als komplexen Impaktkrater kennzeichnet und von einfachen, "schüsselförmigen" Kratern unterscheidet.


Entstehung

Frühe Theorien
Die Geologen hatten mehr als ein Jahrhundert lang große Schwierigkeiten, die Entstehung des Rieses und seiner ungewöhnlichen Gesteine zu erklären, wodurch im Laufe der Zeit verschiedenartige Deutungen konkurrierten. Weil das im Ries vorkommende Suevit-Gestein dem vulkanischen Tuff ähnlich ist, wurde dabei meist irgendeine vulkanische Entstehung angenommen. Bereits Mathias von Flurl, der Begründer der Geologie in Bayern, beschrieb das Ries 1805 als vulkanische Gegend.[2] Carl Wilhelm von Gümbel schloss aus der Verteilung des Suevits 1870 auf die Existenz eines Ries-Vulkans, der aber im Laufe der Erdgeschichte wieder völlig abgetragen worden sei, so dass nur noch die von ihm ausgeworfenen Gesteine erhalten blieben.[3] Wilhelm Branco und Eberhard Fraas versuchten 1901 das Fehlen eines Vulkans dadurch zu erklären, dass eine aufsteigende, unterirdische Magmakammer zunächst zu einer Hebung des Untergrundes führte und es später durch Eindringen von Wasser an mehreren Stellen zu explosionsartigen Verdampfungen kam.[4] Der Offizier Walter Kranz zeigte ab 1910 durch Sprengversuche, dass die Erscheinungen im Ries am besten durch eine einzige zentrale Explosion zu erklären sind. Als Ursache der Explosion nahm auch er das Eindringen von Wasser in eine Magmakammer an.[5] Kranz kam damit, von der Ursache der Explosion abgesehen, dem tatsächlichen Entstehungsmechanismus bereits sehr nahe.

Außer den vulkanischen wurden auch andere Theorien diskutiert, die das Ries-Phänomen erklären sollten, etwa glaziale, wonach es sich um die Folgewirkung einer früheren Vergletscherung handle[6] oder tektonische, nach denen ein Kesselbruch im Zusammenhang mit der Entstehung der Alpen ursächlich gewesen sein sollte. Keine dieser Hypothesen konnte jedoch alle Eigenheiten des Nördlinger Rieses schlüssig erklären.

Bereits 1904 machte Ernst Werner einen Meteoriteneinschlag für die Entstehung des Rieses verantwortlich.[7] Auch Otto Stutzer stellte 1936 Ähnlichkeiten zwischen dem Barringer-Krater in Arizona und dem Ries fest,[8] konnte der Impakttheorie aber ebenfalls noch nicht zum Durchbruch verhelfen.


Impakttheorie
Die US-amerikanischen Geologen Eugene Shoemaker und Edward Chao konnten 1960 schließlich anhand von Gesteinsproben nachweisen, dass der Krater tatsächlich durch einen Meteoriteneinschlag, das so genannte Ries-Ereignis, entstanden sein muss. Der Nachweis erfolgte primär durch das Auffinden von Stishovit und Coesit, beides Hochdruckmodifikationen von Quarz, die nur unter den extremen Bedingungen eines Meteoriteneinschlags entstehen können, nicht aber durch Vulkanismus.[9]

Der Meteorit, der vor 14,6 (+/- 0,2) Millionen Jahren[10] im Miozän (Langhium) das Nördlinger Ries erzeugte, dürfte einen Durchmesser von etwa 1,5 km gehabt haben und mit einer Geschwindigkeit von etwa 15-50 km/s (das entspricht 54.000-180.000 km/h) eingeschlagen sein. Die Explosion beim Auftreffen des Meteoriten hatte die Kraft von mehreren 100.000 Hiroshimabomben. Durch den Einschlag wurden 150 km3 Gestein ausgeworfen, sogar Teile aus dem kristallinen Grundgebirge, denn der Meteorit durchschlug das 600 m starke Deckgebirge aus mesozoischen Sedimentgesteinen (Kalkgesteine, Tone). Einzelne Steine des Auswurfs wurden in eine Entfernung von bis zu 70 km geschleudert, Tektite sogar bis zu 450 km. In wenigen Minuten war ein Krater von beinahe 25 km Durchmesser und rund 500 m Tiefe entstanden. Nahezu alles Leben im Umkreis von mindestens 100 km wurde schlagartig ausgelöscht.

In der Zeit nach dem Einschlag füllte sich der Krater mit Wasser und wurde dadurch, mit einer Fläche von rund 400 km2, zu einem der größten europäischen Seen. In diesem abflusslosen Binnengewässer reicherten sich Salze an, so dass der Salzgehalt des so entstandenen Salzsees schließlich den der heutigen Weltmeere übertraf. Über die folgenden zwei Millionen Jahre verlandete der Kratersee nach und nach. Erst während der Eiszeiten wurde der heutige Rieskessel durch Erosion freigelegt und Löss eingetragen, der die Grundlage für die heutige landwirtschaftliche Nutzung bildet.


[1]
Bundesamt für Naturschutz: Landschaftssteckbrief 10300 Ries
[2] J. Kavasch: Meteoritenkrater Ries. Auer Verlag, Donauwörth 1985, ISBN 3-403-00663-8.
[3] C. W. Gümbel: Über den Riesvulkan und über vulkanische Erscheinungen im Rieskessel. In: Sitzungsberichte der math.-phys. Classe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. München 1870.
[4] W. Branco, E. Fraas: Das vulcanische Ries bei Nördlingen in seiner Bedeutung für Fragen der allgemeinen Geologie. In: Abhandlungen der königlich-preußischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 1901.
[5] W. Kranz: Aufpressung und Explosion oder nur Explosion im vulkanischen Ries bei Nördlingen und im Steinheimer Becken?. In: Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft. Band 66, Berlin 1914.
[6] C. Deffner: Der Buchberg bei Bopfingen. In: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg. Band 26, Stuttgart 1870.
[7] E. Werner: Das Ries in der schwäbisch-fränkischen Alb. In: Blätter des Schwäbischen Albvereins. Band 16/5, Tübingen 1904.
[8] O. Stutzer: "Meteor Crater" (Arizona) und Nördlinger Ries. In: Zeitschrift der deutschen Geologischen Gesellschaft. Band 88, Berlin 1936.
[9] E. M. Shoemaker, E. C. T. Chao: New evidence for the impact origin of the Ries basin, Bavaria, Germany. In: Journal of Geophysical research. Vol. 66, Washington 1961.
[10] E. Buchner, W. H. Schwarz, M. Schmieder, M. Trieloff: Establishing a 14.6 +/- 0.2 Ma age for the Nördlinger Ries impact (Germany)-A prime example for concordant isotopic ages from various dating materials. In: Meteoritics and Planetary Science. Volume 45/4, 2010 (Abstract).


Eine ausführliche Beschreibung zum Ablauf des Meteoriteneinschlags gibt es auf der Seite von Wikipedia


(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nördlinger_Ries aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)


Geologie

Das Nördlinger Ries zählt zu den am besten erhaltenen großen Impaktkratern der Erde. Besonders im Süden, Südosten und Osten des Kraters sind sowohl der Kraterrand, als auch die aus dem Krater ausgeworfenen Gesteine (Auswurfdecke) noch relativ gut erhalten. Dem Ries kommt daher in der Erforschung irdischer Impaktkrater eine bedeutende Rolle zu. Selbst die Astronauten der NASA-Missionen Apollo 14 und Apollo 17 absolvierten hier vom 10. bis 14. August 1970 vor der Mondlandung ihr geologisches Training. Unter der Leitung der Tübinger Geologen Wolf von Engelhardt und Dieter Stöffler wurden sie mit den Merkmalen und den Gesteinen eines Meteoritenkraters vertraut gemacht.


Kristallinbrekzien

Innerhalb des Kraterrands befindet sich im Ries noch eine zweite, ringförmige Hügelkette, der so genannte Innere Wall. Die Basis dieser Hügel besteht aus Brekzien aus Granit und anderen magmatischen Gesteinen, die so stark zertrümmert sind, dass sie beim Ausgraben oft zu Sand zerfallen. Auch Strahlenkegel, die nach dem Meteoriteneinschlag beim Durchlauf der Schockwelle durch das Gestein gebildet wurden, können gelegentlich aufgefunden werden. Der innere Ring kommt durch die Rückfederung des Grundgesteins nach dem Meteoriteneinschlag zustande, ähnlich einem aus anderen Kratern wie dem Steinheimer Becken bekannten Zentralberg. Normalerweise ist das kristalline Grundgebirge bei ungestörter Lagerung außerhalb des Kraters erst 300 bis 400 m tiefer anzutreffen. Da dieser Wall kristallines Material enthält, wird er auch als Kristalliner Ring bezeichnet.


Bunte Trümmermassen

Die Bunten Trümmermassen bilden die Hauptauswurfmasse des Rieskraters. Sie wurden durch die explosionsartige Verdampfung des Meteoriten beim Einschlag aus dem Krater ausgeworfen und oft kilometerweit durch die Luft geschleudert (ballistischer Auswurf), oder über die Oberfläche nach außen geschoben. Die Trümmermassen bestehen vorwiegend aus mesozoischen Sedimentgesteinen aus den unterschiedlichsten stratigraphischen Lagen, die regellos durchmischt vorgefunden werden. Ursprünglich bildeten die Bunten Trümmermassen eine geschlossene Auswurfdecke bis zu einer Entfernung von 40 km um das Ries, die bis zu 100 m mächtig war.


Suevit

Der Suevit, ein für das Ries charakteristisches Impaktgestein, enthält neben thermisch veränderten Sedimentgesteinen (Lit.: Baier 2007, 2008) und erstarrten Schmelzen einige Minerale, die nur bei extrem hohen Drücken und Temperaturen entstehen, wie Stishovit, Coesit und diaplektische Gläser. Bohrungen im Ries haben gezeigt, dass der Rieskrater bis zu 400 Meter hoch mit Suevit aufgefüllt ist. Vereinzelte Vorkommen von Suevit außerhalb des Kraters liegen stets auf den Bunten Trümmermassen auf. Daraus kann geschlossen werden, dass der Suevit aus der über dem Krater aufgestiegenen Glutwolke des Impakts abgelagert wurde, nachdem der Auswurf der Trümmermassen aus dem Krater abgeschlossen war.


Reutersche Blöcke

Die so genannten Reuterschen Blöcke, zum Teil Zentner schwere Jura-Kalksteinbrocken, wurden mit hoher Geschwindigkeit aus dem Krater ausgeworfen und flogen bis zu 70 km weit. Sie werden heute noch in der Umgebung von Augsburg und Ulm gefunden. Möglicherweise wurden sie beim Auswurf durch expandierende, heiße Gase aus der zentralen Explosion beschleunigt. Benannt sind sie nach dem Münchner Geologen Lothar Reuter, der 1926 die Verbreitung dieser Blöcke kartierte und sie als Auswürflinge aus dem Ries deutete.


Moldavite

Seit langem wurden in Böhmen und Mähren, 250 bis 450 km vom Ries entfernt, flaschengrüne Tektite gefunden, die als Moldavite bekannt sind. Der Zusammenhang mit dem Ries-Ereignis wurde erst durch radiometrische Altersbestimmung und durch Experimente mit hochbeschleunigten Projektilen hergestellt. Heute glaubt man, dass diese Tektite nur Millisekunden vor dem Impakt entstanden sind, als die oberste Schicht der Erdoberfläche fortgerissen, aufgeschmolzen und mit hoher Geschwindigkeit nach Osten geschleudert wurde.


Seesedimente

Das Innere des Kraters ist heute nahezu vollständig mit Sedimenten des ehemaligen Ries-Sees gefüllt. Die Tonsteinablagerungen erreichen eine Mächtigkeit von bis zu 400 m und überlagern den in den Krater zurückgefallenen Rückfall-Suevit. Fossilfunde zeugen von einem artenarmen, aber individuenreichen Leben im See im Miozän. Die Schalen kleiner Wasserschnecken und Ostrakoden treten stellenweise sehr häufig auf. An einzelnen Lokalitäten wurden darüber hinaus fossile Vögel, Reptilien, Fische und Säugetiere gefunden. Dolomitische Grünalgenriffe, kalkig umkrusteter Schilf und Abdrücke eingeschwemmter Blätter von Landpflanzen geben einen Eindruck von der Pflanzenwelt des Ries-Sees.

(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nördlinger Ries aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)


Wallerstein, Burgfelsen

Dieser Felsen stellt eine Travertinkuppe dar (entstanden durch eine Artesische Quelle).
Er besteht aus Kalk und im unteren Teil des Felsens sind Algen-Bioherm-Fazies erkennbar.


man hat hier einen guten Rundblick in den Rieskrater






im Hintergrund die Stadt Nördlingen, dahinter der Kraterrand



Steinbruch Aumühle

Das Geotop "Steinbruch Aumühle im Nördlinger Ries" zeigt die beim "Ries-Impakt" entstandenen Gesteinsmassen. Diese sind hier in Form von "Bunter Brekzie" und grauem, tuffähnlichem "Suevit" übereinander abgelagert.

Unterhalb des Kraters wurde das Gestein bis in mehrere Kilometer Tiefe zertrümmert, extrem komprimiert und teilweise aufgeschmolzen. Das Gesteinsmaterial wurde nach oben und zur Seite herausgeschleudert ("Bunte Brekzie"); ein Teil davon glitt anschließend in den Krater zurück. Riesige Mengen Staub, Asche und größere, zum Teil geschmolzene Gesteinstrümmer wurden bis in die Stratosphäre geschleudert, regneten anschließend von dort herab ("Suevit") und überdeckten die bereits abgelagerte Bunte Brekzie. Der Meteorit selbst verdampfte. Druck- und Hitzewelle (= wenige Sekunden andauernde thermische Strahlung der Explosion) löschten alles Leben im Umkreis von weit über 100 Kilometern in Sekunden aus.

Der Steinbruch Aumühle beinhaltet die beiden typischen Gesteinsprodukte des Ries-Meteoriteneinschlages: unten die "Bunte Brekzie" und darüber den "Suevit". Die Bunte Brekzie besteht aus einem Gemenge der an der Einschlagstelle vorhandenen Gesteine (Gneise und Granite des Grundgebirges, rote und braune Trias-Sedimente und Kalke des Oberen Jura). Die Größe der Partikel reicht von feinem Gesteinsstaub bis zu metergroßen Blöcken.

Geologische Karte



(Quelle: © Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de - Vielen Dank für die Genehmigung zur Verwendung der Informationen auf meiner Homepage !)




Suevit



Hainsfarth, Sportplatz am Büschelberg

Am Sportplatz von Hainsfarth sind Kalkablagerungen aus dem ehemaligen Riessee zu sehen. Dieser hatte sich nach dem Impakt eines Großmeteoriten vor in dessen Einschlagskrater gebildet. Am Rande des Sees entstanden massige Ablagerungen von fossilführenden Riesseekalken.

Entstehung des Kratersees

Vor etwa 14-15 Millionen Jahren, im mittleren Miozän, schlug ein ungefähr 700-1500 m großer Meteorit in Süddeutschland ein. Zurück blieb ein ca. 500 m tiefer Impaktkrater von etwa 25 km Durchmesser. Das abflusslose Becken begann sich mit Wasser zu füllen und es entstand der überwiegend flache, aber ca. 400 km² große Riessee. Zunächst war dieser stark salzhaltig und nur von Rot- und Braunalgen sowie Kieselalgen (Diatomeen) belebt.
Erst nach dem Wechsel vom semiariden zu zunehmend humidem Klima süßte der See allmählich aus. In der Folge besiedelten nun weitere Lebensformen wie verschiedene Algenarten, Schnecken, Schalenkrebse, Wasservögel und Schilf den Riessee.

Was geschah mit dem Kratersee?

Nach der Kraterentstehung transportierten Schlammströme Schuttmassen vom Rand des Kraters in seinen zentralen Teil, die heute in Form von Konglomeraten und Sandsteinen am Grund des Kraters liegen. Darüber setzten sich vor allem feinkörnige, mehrere Hundert Meter mächtige Seesedimente ab. Gleichzeitig entstanden in flachem Wasser am Ufer und entlang von Untiefen des Riessees Kalkablagerungen durch Algen.

In einem Zeitraum von etwa zwei Millionen Jahren wurde der Krater mit Seesedimenten vollständig aufgefüllt. Sande und Schotter überlagerten das gesamte Gebiet und bedeckten die Sedimente des ehemaligen Kratersees, der Krater war aus der Landschaft verschwunden.
Gegen Ende der Tertiär-Zeit vor ca. zwei Millionen Jahren hob sich das Gebiet und die Abtragung der Gesteine setzte ein, so dass die Kraterstruktur wieder frei gelegt wurde. Während die Tone und Tonsteine der Kraterfüllung erodiert wurden, setzten die Riesseekalke der Erosion einen grüßeren Widerstand entgegen. In der heutigen Landschaft bilden sie oft Höhenrücken.

Was ist im Aufschluss zu erkennen?

Der Großteil der Kalkablagerungen wurde von Blaugrünalgen abgeschieden. Diese wuchsen in Form von säuligen Strukturen, so genannten "Rüben", nach oben. Mehrere Bündel dieser "Rüben" bilden massige knollige "Algenstotzen", die eine durchschnittliche Höhe von einem Meter, gelegentlich aber auch bis fünf Meter erreichen können.

Zwischen den Algenstotzen bildeten sich schichtartige Bereiche mit ausgesprochen artenarmen, aber individuenreichen Faunen, die typisch für Brackwasserbiotope sind. Dort liegen oft massenweise die Reste der kleinen Schalenkrebse Cypris und der Wasserschnecken Hydrobia. Selten wurden auch gut erhaltene Reste anderer Lebewesen wie z. B. Schildkröten, Vögeln und verschiedenen Säugetieren gefunden.

Geologische Karte



(Quelle: © Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de - Vielen Dank für die Genehmigung zur Verwendung der Informationen auf meiner Homepage !)


hier machten wir dann auch Mittagspause





Steinbruch bei Wengenhausen

In den zertrümmerten Kristallingesteinen des ehemaligen Steinbruches bei Wengenhausen wurden sogenannte "shatter cones" gefunden. Diese Strahlenkegel bilden sich beim Einwirken von hohen Drücken und beweisen, dass der Ries-Krater durch einen Meteoriten-Einschlag entstanden ist.

Was ist im Steinbruch zu sehen?

Am oberen Rand des Aufschlusses erkennt man die gelb gefärbten Sedimente des Kratersees, welche die darunter liegenden Trümmergesteine des kristallinen Grundgebirges überdecken.
Die "polymikte Kristallinbrekzie" besteht aus Bruchstücken unterschiedlicher Kristallingesteine wie Gneis, Granit oder Amphibolit. Sogenannte Strahlenkegel ("shatter cones") im Gestein sind dezimetergroße kegelförmige und radialstrahlige Bruchstrukturen, die beim Durchlaufen der vom Einschlag verursachten Stoßwellen entstanden sind. Sie werden im Druckbereich von etwa 20 bis 200 Kilobar gebildet.

Beweise für den Meteoriten-Einschlag

Seit mehr als 200 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Nördlinger Ries und seinen eigenartigen Gesteinen. Lange Zeit nahm man eine vulkanische Entstehung an. Um ortsfremde Gesteine und Schliff-Flächen zu erklären, wurde sogar ein "Riesgletscher" postulierte.
1904 äußerte der Schwäbisch-Gmünder Kaufmann Ernst Werner erstmals die Theorie der Entstehung durch den Einschlag eines kosmischen Körpers. Beweise für diese Theorie wurden jedoch erst 1961 gefunden: damals entdeckte man im Suevit - einem auch als "Schwabenstein" bezeichneten, seltenen Aufschmelzungsgestein - die Minerale Coesit und Stishovit. Das sind besondere Formen von Quarz, die nur bei extrem hohen Drücken wie während eines Meteoriteneinschlags gebildet werden.
Neuerdings fand man ein weiteres Mineral in den Sueviten, das nur bei sehr hohen Drücken entsteht: mikroskopisch kleine Diamanten, sogenannte Impaktdiamanten. Ein weiterer wesentlicher Beweis war die Existenz der "shatter cones", die eben auch hier in Wengenhausen gefunden wurden.

Geologische Karte



(Quelle: © Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de - Vielen Dank für die Genehmigung zur Verwendung der Informationen auf meiner Homepage !)






hier kann man auch Schnecken finden



Weitere kleinere Aufschlüsse (keine Bilder)

- Wenneberg bei Alerheim
- Alter Steinbruch bei Gosheim
- Ronheim
- Steinbruch bei Oppertshofen


Nördlinger Ries - 26.4.09 - Tag 3
Aufschlüsse im Ries-Krater


Steinbruch der Fa. Rieder Steinwerke bei Burgmagerbein

Der Steinbruch befindet sich direkt am Kraterrand auf der Kratersüdseite. Hier war wieder der Weiße Jura aufgeschlossen, oben auf lagern die Trümmermassen.

Blick in den Steinbruch


die großen Löcher stammen von Bohrmuscheln, die kleinen Löcher von Bohrschwämmen



Ofnethöhlen bei Holheim

Der Riegelberg, auch "Himmelreich" genannt, bildet am südwestlichen Riesrand einen dem Kraterrand vorgelagerten Höhenrücken aus Kalkstein. Allerdings lagern die Gesteine nicht autochthon (= vor Ort entstanden), sondern es handelt sich um eine 1,75 x 0,75 km große Malmkalkscholle (= allochthon) innerhalb der Bunten Trümmermassen, den beim Riesimpakt entstandenen Gesteinen.

Allochthone Scholle
Gesteinsscholle, die nicht mehr am ursprünglichen Entstehungsort lagert, sondern aus dem Gesteinsverband gelöst und transportiert worden ist - hier im Ries durch den Einschlag des Meteoriten. Der Begriff wird hergeleitet aus: allos (griechisch: fremd) und chton (griech. Erde).

Während des Meteoriteneinschlages wurden nicht nur kleine Gesteinsfragmente und -schmelzen ausgeworfen, sondern auch große Gesteinskörper verlagert. Viele dieser Schollen sind völlig vom ursprünglichen Gesteinsverband gelöst, weit transportiert und stark zertrümmert. Sie werden als allochthone (= ortsfremde) Gesteinskörper bezeichnet. Im Unterschied zu diesen ist die Scholle des Riegelberges zwar gegenüber ihrer ursprünglichen Position etwas abgesunken und verkippt, aber nicht sehr weit verlagert worden. Sie glitt noch während des Auswurfs von Material vom Rand in den gerade entstehenden Krater ab.
Weitere derartige "parautochthone" Schollen säumen den Kraterrand im Inneren auf eine Breite von etwa fünf Kilometern. Vor allem im Süden, wo vor dem Ries-Impakt Malmkalksteine die Landoberfläche bildeten, treten sie heute als Höhenrücken hervor. Die Erosion präparierte sie als Härtlinge aus den weicheren Auswurfmassen und Seesedimenten heraus.

Die Ofnethöhlen

Die Kalkgesteine des Oberen Jura (Malm) sind am Südende des Riegelberges als massiger Riffkalk entwickelt. Während der vergangenen Jahrmillionen unterlagen sie mehrfach der Verkarstung, bei der in Sickerwässern aus Atmosphäre und Bodenluft gelöstes Kohlendioxid die Kalksteine auflöste. Die Karstformen im Südwesten des Riegelberges bezeugen diesen Prozess. Nahe der Hangkante sind "Karren" - Lösungsrillen im Kalkstein - zu sehen. Besonders eindrucksvoll aber sind die Große und die Kleine Ofnethöhle, Reste eines ehemaligen, unterirdischen Karstsystems. Sie stellen Höhlenruinen dar, die auf der vom Ries-Krater abgewandten Seite von einem Trockental angeschnitten sind. Die Große Ofnethöhle liegt auf 520 m Höhe und besitzt eine Gesamtganglänge von einigen 10er Metern. Etwa 50 m schräg oberhalb befindet sich die Kleine Ofnethöhle; sie verfügt über eine Gesamtlänge von ca. 15 m. Besondere wissenschaftliche Bedeutung erlangten die Höhlen durch archäologische Funde, die eine Nutzung durch den Menschen schon während der Steinzeit belegen.

Geologische Karte



(Quelle: © Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de - Vielen Dank für die Genehmigung zur Verwendung der Informationen auf meiner Homepage !)


Weitere kleinere Aufschlüsse (keine Bilder)

- Alter Steinbruch von Schaffhausen
- Höhlenruine bei Schmähingen
- Sandgrube bei Ziemetshausen: ca. 55 km südlich des Ries-Kraterrands.
Einige Gesteinsbrocken (bis zu 1x1 m groß) flogen beim Impakt vom Ries-Krater
bis nach Ziemetshausen die man hier in der Sandgrube fand !
(Siehe weiter oben: Reutersche Blöcke)


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