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5.5.11 - Städtereise Berlin - Tag 1
Musical "We will rock you" im Theater des Westens


Von Clausthal ging es Donnerstag Mittag mit der Bahn nach Berlin. Wir checkten um 15 Uhr im Hotel ein und ruhten uns noch ein wenig aus. Um 19.30 Uhr sahen wir uns im Theater des Westens das rund drei Stunden dauernde Musical "We will rock you" an - anschauen !!!

nur kurz zwei Bilder vorher mit dem Handy aufgenommen, da fotografieren während der Show verboten ist






6.5.11 - Städtereise Berlin - Tag 2
Regierungsviertel, Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz


Am Freitag stand gleich die größte Tour an. Vom Regierungsviertel mit Besuch der Kuppel auf dem Reichstagsgebäude ging es weiter zum Brandenburger Tor, zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, zum Gendarmenmarkt mit dem Deutschen & Französischen Dom und dem Konzerthaus und über den Bebelplatz zur Museumsinsel und schließlich, vorbei am Berliner Dom, zum Alexanderplatz mit dem Berliner Fernsehturm.

durch eine Baustelle auf der U2 gestaltete sich der Weg zum Brandenburger Tor etwas kompliziert - kurzer Zwischenstop am Potsdamer Platz


Kurze Zeit später auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor:

Das Brandenburger Tor in Berlin steht am Pariser Platz in der Dorotheenstadt im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte). Es wurde in den Jahren von 1788 bis 1791 auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. von Carl Gotthard Langhans errichtet und ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Zugleich ist das Tor ein nationales Symbol, mit dem viele wichtige Ereignisse der Geschichte Berlins, Deutschlands, Europas und der Welt des 20. Jahrhunderts verbunden sind. Der Bau ist dem frühklassizistischen Stil zuzuordnen.

Das Brandenburger Tor bildet mit dem Pariser Platz den Abschluss der Straße Unter den Linden. Auf der Westseite des Tores liegt der Platz des 18. März, an dem die Straße des 17. Juni beginnt, die den Tiergarten durchquert.

Das Brandenburger Tor markierte die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und damit die Grenze zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und der NATO. Es war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Symbol des Kalten Krieges und wurde nach 1990 zum Symbol der Wiedervereinigung Deutschlands und Europas.

Architektur
Das Brandenburger Tor ist ein 26 Meter hoher, 65,5 Meter breiter und 11 Meter tiefer frühklassizistischer Natursteinbau aus Elbsandstein,[1] der von der Berliner Steinmetzfirma Zeidler & Wimmel aufgebaut wurde. Es wurde nach dem Vorbild der Propyläen zur Akropolis in Athen gestaltet. Das Tor hat fünf Durchfahrten, von denen die mittlere etwas breiter ist, und zwei Torhäuser. Es wird durch sechs je 15 Meter hohe dorische Säulen auf jeder Seite geprägt, die nach ionischer Art kanneliert sind und am Fuß einen Durchmesser von 1,75 Meter haben. Bautechnisch genügen die Säulen nicht den klassischen Vorbildern, sondern sie sind nach innen mit massivem tragenden Mauerwerk verbaut.

Bild 1: Das Brandenburger Tor im Juni 1945

Bild 2: US-Präsident Ronald Reagan in West-Berlin bei seiner berühmten Ansprache 1987: Am 12. Juni 1987 sprach der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan folgenden Satz anlässlich eines Berlinbesuchs vor dem Brandenburger Tor:[2]
"Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!"
"Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!" - Ronald Reagan


Viele weitere Informationen zur Geschichte (Baugeschichte, Verschleppung und Rückkehr der Quadriga, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, Zeit der Teilung, Mauerfall und Restaurierung) gibt es auf der Seite von Wikipedia (siehe Link einige Zeilen darunter).



[1] Zeidler & Wimmel (Hrsg.): 175 Jahre Zeidler & Wimmel. Zum Gedenken durch den Steinmetzmeister Johann Heinrich Wimmel 1976 in Berlin, S. 33, Bruckmann, München o.J. (1951)
[2] President Reagan at Berlin Wall (Video, 26 Min.), 12. Juni 1987, C-SPAN

(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Brandenburger_Tor aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Zur Literaturliste.)




Der Pariser Platz ist ein rund 1,5 Hektar großer quadratischer Platz in der Dorotheenstadt im Berliner Ortsteil Mitte.

An der Ostseite des Brandenburger Tors gelegen, bildet er den Abschluss des Boulevards Unter den Linden sowie das Pendant zum Platz des 18. März auf der anderen Seite des Tores. Dort endet die den Tiergarten durchquerende Straße des 17. Juni.

Von 1945 bis zur deutschen Wiedervereinigung lag der Pariser Platz in unmittelbarer Nähe der Sektorengrenze zwischen Ost- und West-Berlin und war seit dem Mauerbau im Jahr 1961 Teil des Todesstreifens. Seit der Wende 1989 ist der ehemals gesperrte Platz wieder für Fußgänger frei zugänglich. Die Berliner bezeichnen den Platz auch als die "Gute Stube Berlins".[1]

Geschichte
Der Pariser Platz wurde zwischen 1732 und 1734 im Zug der zweiten barocken Stadterweiterung (auch der angrenzenden Friedrichstadt) unter Friedrich Wilhelm I. durch Philipp Gerlach angelegt. Er war mit dem Adelspalais bebaut. Der ursprüngliche Name des Platzes war - gemäß seiner Form - Viereck oder - nach dem Französischen - Quarree. Zusammen mit den zur gleichen Zeit entstandenen Plätzen Achteck oder Octogon (heute: Leipziger Platz) und dem kreisförmigen Rondell (heute: Mehringplatz) gab er die neuen Stadtgrenzen vor.

Im Jahr 1814 erhielt er anlässlich der Eroberung von Paris durch preußische Truppen in den Befreiungskriegen seinen heutigen Namen. Ab etwa 1850 wurde die Bebauung des Platzes in klassizistischem Stil vereinheitlicht. Im Jahr 1880 gestaltete der Gartenbaudirektor Hermann Mächtig den Platz neu.

Der Pariser Platz wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die verbliebenen Gebäude wurden bis zum Bau der Berliner Mauer ganz abgerissen, lediglich Reste der Akademie der Künste blieben erhalten. Erst nach dem Fall der Mauer wurde ab 1993 über den Wiederaufbau des Platzes kontrovers diskutiert.

Im Ergebnis wurde der Platz nach Gestaltungsvorgaben von Bruno Flierl und Hans Stimmann wiederbebaut, ergänzt durch Maßgaben des Berliner Senats. Kernpunkte waren die "Berliner Traufhöhe" von 22 Metern sowie die Auflage, für die neuen Gebäude ausschließlich stehende Fenster zu verwenden und maximal 50 Prozent der Fassadenfläche in Glas auszuführen: Historische Elemente und moderne Bauweise sollten eine Einheit ergeben, um an die "goldenen Zeiten" des Platzes anzuknüpfen.

Der Platz selbst wurde nach Vorstellungen des Landesgartendenkmalpflegers Klaus von Krosigk einschließlich der Palmettenfontänen und Granitpflasterung nach historischem Vorbild rekonstruiert.

Ursprünglich führten die Bundesstraßen 2 und 5 über den Pariser Platz. Nach der Umgestaltung des Platzes zu einem Fußgängerbereich mit eingeschränktem Fahrverbot (Ausnahmen: Fahrräder, Taxis und Anlieger) wird die Trasse nunmehr südlich über Glinkastraße, Behrenstraße und Ebertstraße bzw. nördlich über die Dorotheenstraße um den Pariser Platz herumgeführt.

Bild 1: Pariser Platz, 1931
Bild 2: Pariser Platz, von Osten gesehen, 1964
Bild 3: Pariser Platz, von Westen gesehen, 1967



[1] Berlins gute Stube ist fertig. In: Bild vom 27. Mai 2008

(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pariser_Platz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Zur Literaturliste.)




ich vor dem Brandenburger Tor


Eine Quadriga (deutsch: Viergespann) ist nach antikem Vorbild ein zweirädriger Streitwagen, der von vier nebeneinander gehenden Zugtieren, meist Pferden, gezogen wird.

Eine Quadriga kommt schon im babylonischen "Schöpfungsmythos" Enûma elîsch (IV. Tafel, Zeilen 50–58) als Kriegswagen des Marduk vor (ca. 600 v. Chr.). Die Quadriga wurde vor allem im alten Rom bei Wagenrennen und in Triumphzügen eingesetzt und häufig in Bildern und Statuen abgebildet.

Die Wagen haben gewöhnlich zwei Deichseln, zwischen die die Pferde gespannt werden, und einen langen Querbaum oder ein Joch, das sich über den Rücken der vier Tiere erstreckt. Doch gibt man diese Form auch auf und schirrt nur die beiden mittleren Pferde an die Deichsel und hält diese durch ein Joch (= biga) zusammen, während die beiden Seitenpferde nur mit den Zugsträngen (= funalis) angespannt werden. Als Fahrerin ist in der Kunst oft eine Siegesgöttin (Viktoria) dargestellt. Man findet aber auch Apollon als Fahrer in der antiken Kunst vor. Der Wagenlenker von Delphi kann hierbei genannt werden, obwohl nur die Zügelenden an einer Hand darauf hinweisen, dass die verschollenen Teile ein solches Viergespann gewesen sind.

Die einzige erhaltene Quadriga des Altertums befindet sich am Markusdom in Venedig. Allgemein bekannt ist die Statuengruppe der Quadriga auf dem von Carl Gotthard Langhans im frühklassizistischen Stil errichteten Brandenburger Tor zu Berlin von Johann Gottfried Schadow, auch die Semperoper in Dresden ziert eine von Johannes Schilling geschaffene Quadriga, die allerdings von Panthern gezogen wird.


(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Quadriga aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)




hier konnte man sich einen Einreisestempel in die BRD in seinen Reisepass machen lassen ;-)


hinter mir ist es aber viel interessanter ;-)




an der Infotafel war einiges los


ein alter Bus der "Allgemeinen Berliner Omnibus AG (ABOAG)"


unsere nächsten Ziele


das Reichstagsgebäude vom Brandenburger Tor aus gesehen


Das Reichstagsgebäude (kurz: Reichstag; offiziell: Plenarbereich Reichstagsgebäude) in Berlin ist seit 1999 Sitz des Deutschen Bundestages. Auch die Bundesversammlung tritt hier seit 1994 in der Regel alle fünf Jahre zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten zusammen.

Der Bau wurde von dem Architekten Paul Wallot 1884 bis 1894 im Stil der Neorenaissance im Ortsteil Tiergarten (heute zum Bezirk Mitte gehörend) errichtet. Er beherbergte bis 1918 den Reichstag des Deutschen Kaiserreiches und anschließend das Parlament der Weimarer Republik. Durch den Reichstagsbrand von 1933 und durch Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt, wurde das Gebäude in den 1960er Jahren in modernisierter Form wiederhergestellt und von 1991 bis 1999 noch einmal grundlegend umgestaltet.[1]

Vorgeschichte
Erster Sitz eines Reichstags in Berlin war das Preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße 3. Hier tagte ab 1867 der Reichstag des von Preußen dominierten Norddeutschen Bundes. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 kamen die Abgeordneten der süddeutschen Staaten hinzu, so dass ein größerer Tagungsort benötigt wurde. Diesen fand man zunächst im Preußischen Abgeordnetenhaus in der Leipziger Straße 75. Sehr bald wurde deutlich, dass auch hier der Platz nicht ausreichte. Der Reichstag verabschiedete am 19. April 1871 einen Antrag, in dem es hieß: "Die Errichtung eines den Aufgaben des deutschen Reichstags entsprechenden und der Vertretung des deutschen Volkes würdigen Parlamentshauses ist ein dringendes Bedürfnis."

Eine Parlamentsbaukommission sollte nun die Vorbereitungen für einen "würdigen" Neubau treffen. Es galt, den Bauplatz festzulegen, das Bauprogramm zu entwickeln und einen Architektenwettbewerb auszuschreiben.

Das Grundstück
Die Probleme begannen mit der Wahl eines passenden Grundstücks für den Neubau. Nach kurzer Suche bestimmte die Kommission einen Bauplatz auf der Ostseite des damaligen Königsplatzes (heute: Platz der Republik). Allerdings stand dort noch das Palais des polnischen Grafen Athanasius Raczyński, eines preußischen Diplomaten und Kunstsammlers. Die Kommissionsmitglieder glaubten jedoch, mit der Unterstützung des Kaisers Wilhelm I. und damit letztlich auch mit der Zustimmung des Grafen rechnen zu können, und schrieben einen internationalen Wettbewerb für dieses Grundstück aus.

Den Wettbewerb, an dem über hundert Architekten teilnahmen, entschied im Juni 1872 Ludwig Bohnstedt aus Gotha für sich. Sein Entwurf fand große öffentliche Zustimmung, konnte aber nicht realisiert werden. Graf Raczyński weigerte sich entschieden, sein Grundstück zur Verfügung zu stellen, und Wilhelm I. zeigte wenig Neigung, ein Enteignungsverfahren zu betreiben, obwohl auch er den Standort passend fand.

Nach und nach verständigte sich die Kommission auf einen alternativen Standort an der Ostseite des Königsplatzes. Bismarck, Wilhelm I. und die konservativen Abgeordneten lehnten diesen Bauplatz allerdings vehement ab, da der Reichstag damit in das Regierungszentrum Berlins und die Nähe des Stadtschlosses rückte, was eine politische Aufwertung des Parlamentes bedeutete.[2] Letztlich setzte sich der Reichstag 1881 durch.

Planung
Im Dezember 1881 beschloss der Reichstag, das Baugelände zu erwerben. Eine lebhafte öffentliche Diskussion entstand um die Frage, ob Ludwig Bohnstedt außer Konkurrenz beauftragt werden sollte, seinen siegreichen Entwurf von 1872 umzuarbeiten und auszuführen.
Im Februar 1882 wurde dann aber ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem diesmal nur Architekten "deutscher Zunge" zugelassen waren – eine Forderung des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieurvereine. Hohe Preisgelder luden zur Teilnahme ein. Auch Bohnstedt beteiligte sich wieder, blieb aber chancenlos. Aus 189 anonym eingelieferten Einsendungen gingen die Entwürfe von Paul Wallot aus Frankfurt am Main und Friedrich von Thiersch aus München als Sieger hervor; beide erhielten erste Preise. Da aber Wallot eindeutig mehr Stimmen auf seiner Seite hatte – nämlich 19 von 21 –, bekam er den begehrten Auftrag.

Für den Architekten begann ein langwieriger und mühevoller Arbeitsprozess, eine ständige Auseinandersetzung mit mehreren zuständigen Instanzen.
[...]
Schließlich konnte am 9. Juni 1884 der Grundstein gelegt werden.
[...]
Am 5. Dezember 1894 wurde der Schlussstein gelegt.

Bauausführung und Ausgestaltung
Die äußere Form, Die Innenausstattung, Das Bildprogramm

Reichstagsbrand und Nationalsozialismus
In der Nacht zum 28. Februar 1933, vier Wochen nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, schlugen Flammen aus der Kuppel des Reichstagsgebäudes. Der Plenarsaal und einige umliegende Räume brannten aus. Es handelte sich eindeutig um Brandstiftung; die Schuldfrage ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Die Nationalsozialisten waren Nutznießer des Brandes. Noch in derselben Nacht gingen sie mit massivem Terror gegen politische Gegner vor. Sie veranlassten den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, am folgenden Tag die so genannte Reichstagsbrandverordnung "zum Schutz von Volk und Staat" zu unterzeichnen. Paragraf 1 setzte die wesentlichen Grundrechte zeitweilig außer Kraft, Paragraf 5 ermöglichte die Todesstrafe für das politische Delikt "Hochverrat".

Während das entmachtete Parlament, in dem seit Juli 1933 nur noch nationalsozialistische Abgeordnete saßen, gegenüber in der Krolloper tagte, wurde die Kuppel des Reichstagsgebäudes notdürftig instand gesetzt, der zerstörte Plenarbereich jedoch nicht. Im Haus wurden tendenziöse Ausstellungen wie "Der ewige Jude" und "Bolschewismus ohne Maske" gezeigt. Zeitweilig waren hier auch Modelle der geplanten "Welthauptstadt Germania" untergebracht, einer städtebaulichen Großmachtphantasie, die Albert Speer in engem Kontakt mit Hitler entworfen hatte. Die "Halle des Volkes" mit ihrer Kuppelhöhe von 290 m, die unmittelbar neben dem Reichstagsgebäude entstehen sollte, hätte dieses nach dem Urteil eines heutigen Autors "auf die relative Größe einer Außentoilette" schrumpfen lassen. Im Zweiten Weltkrieg mauerte man die Fenster zu. Die AEG produzierte hier Funkröhren, ein Lazarett wurde eingerichtet und die gynäkologische Station der nahe gelegenen Charité hierher verlegt – einige Hundert Berliner wurden im Reichstagsgebäude geboren.

Die Rote Armee sah im Reichstagsgebäude eines der Schlüsselsymbole des besiegten Deutschlands. Nach heftigen Kämpfen, die vom 28. April bis zum späten Abend des 1. Mai 1945 andauerten, wurde es von der 150., 171. und 207. Infanteriedivision des 79. Infanteriekorps der 3. Stoßarmee der 1. Weißrussischen Front und anderer Kampfverbände eingenommen. Neun rote Sowjetfahnen waren aus Moskau eingeflogen worden. Am 30. April 1945 wurde die Fahne der 150. Schützendivision als "Banner des Sieges" zunächst über dem Eingangsportal, dann, gegen 22:40 Uhr, auf der Kuppel des Gebäudes aufgepflanzt. Politoffiziere verbreiteten später, die Fahne habe bereits gegen 14:25 Uhr über Berlin geweht. Gegen 15 Uhr hatte der Befehlshaber der 3. Stoßarmee, General Kusnezow, im Gefechtsstand bei Marschall Schukow angerufen und diesem gemeldet: "Unser rotes Banner weht auf dem Reichstag!" Er teilte Schukow aber auch mit: "An einigen Stellen der oberen Stockwerke und in den Kellern wird immer noch gekämpft."[3] Das berühmte Foto des Militärfotografen Jewgeni Chaldej zu diesem Vorgang musste wegen der anhaltenden Kämpfe später nachgestellt werden; erst am Abend des 1. Mai kapitulierten die letzten Verteidiger im Keller des Hauses. Als Soldat mit der Fahne wurde jahrzehntelang Meliton Kantaria genannt und in der Sowjetunion geehrt. Inzwischen scheint der richtige Name festzustehen: Michail Petrowitsch Minin. Das Banner kam zur Siegesparade am 20. Juni 1945 nach Moskau und befindet sich heute im dortigen Zentralen Museum der Streitkräfte.

Zeit der deutschen Teilung
Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs stand das zuletzt heftig umkämpfte Reichstagsgebäude als Teilruine in einer von Trümmern geprägten Umgebung. Die Freiflächen ringsherum dienten der hungernden Bevölkerung für den Anbau von Kartoffeln und Gemüse. Am 22. November 1954 wurde die Kuppel gesprengt – wegen angeblicher statischer Unsicherheit und um das beschädigte Gebäude zu entlasten. Diese Begründung wird in kritischen Texten als "fragwürdig" bezeichnet. In den folgenden Jahren beschränkte sich die neu gegründete Bundesbauverwaltung darauf, das Bauwerk zu sichern.

1955 beschloss der Bundestag die völlige Wiederherstellung. Allerdings war die Art der Nutzung im geteilten Deutschland noch ungewiss. Der Architekt Paul Baumgarten erhielt 1961 als Gewinner eines zulassungsbeschränkten Wettbewerbs den Auftrag für Planung und Leitung des Wiederaufbaus, der 1973 beendet war. Zahlreiche Schmuckelemente der Fassade fielen weg, die Ecktürme wurden in der Höhe reduziert, auf eine neue Kuppel verzichtete man. Im Inneren verschwanden große Teile der alten Bausubstanz hinter Abdeckplatten; neue Zwischengeschosse vergrößerten die Nutzfläche und veränderten dabei weitgehend die ursprüngliche Raumstruktur. Der Plenarsaal wurde gut doppelt so groß und hätte alle Abgeordneten eines wiedervereinigten Deutschland mühelos aufnehmen können. Seit dem Viermächte-Abkommen von 1971 durften keine Plenarsitzungen des Bundestages in Berlin abgehalten werden. Nur Ausschuss- oder Fraktionssitzungen waren in den neu eingerichteten Räumen möglich.

Baumgartens Eingriffe (deren Kosten mit 110 Mio. DM[4] beziffert werden) – von der Bundesbaudirektion unterstützt oder vorgeschrieben – erscheinen heute allzu rigoros, erklären sich aber aus der historischen Situation. Er verwendete die aktuelle Formensprache seiner Zeit, der Moderne der 1960er Jahre. Dekorative Gestaltung war tabu. Gerade Linien und glatte Flächen dominierten. Insbesondere die repräsentativen Bauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts galten als schwülstig, überladen, wenig erhaltenswert. Denkmalpflegerische Gesichtspunkte hatten kaum Gewicht. Dazu kam im Falle des Reichstagsgebäudes ein spezielles Motiv, jenseits ästhetischer Erwägungen: das Haus war ursprünglich, trotz seiner parlamentarischen Bestimmung, das Symbol einer vordemokratischen Staatsform gewesen. Darauf folgten eine schwache Demokratie und eine brutale Diktatur. Gerade hatten die Deutschen zu einer noch jungen Demokratie zurück gefunden. Es schien also nur folgerichtig, sich mit deutlichen Einschnitten, mit einer strikt zeitgenössischen Ästhetik erkennbar von der Vergangenheit abzusetzen. Inzwischen gelten andere Maßstäbe. Baumgartens Änderungen wurden rückgängig gemacht und hinterließen in dem neuen Umbaukonzept fast keine Spuren. Nur die Veränderungen an der Fassade, das heißt die Entfernung der Schmuckelemente an den seitlichen Kanten der Ecktürme oder des Giebelschmucks an den Risaliten der Nord- und Südflügel, wurden nicht revidiert. Gründe dafür waren sowohl die erwähnte Ablehnung solchen Gebäudeschmuckes als auch statische Erwägungen, da viele der Schmuckelemente schon durch Kriegseinwirkung bis zur Unkenntlichkeit beschädigt worden waren. Ihre Wiederherstellung wurde zwar im Zuge der Umbaudebatte Anfang der 1990er Jahre in Erwägung gezogen, schließlich jedoch fallen gelassen.

Während der deutschen Teilung von 1961 bis 1989 verlief die Berliner Mauer unmittelbar an der Ostseite des Reichstagsgebäudes. Im Gebäude war ein Museum über den Bundestag und die Geschichte des Reichstagsgebäudes eingerichtet. Für ausländische Staatsgäste gehörte der Besuch der Außenterrassen mit Blick über die Berliner Mauer zum üblichen Programm. Seit 1971 wurde im Gebäude die Ausstellung "Fragen an die Deutsche Geschichte" gezeigt und von mehreren Millionen Interessenten besucht.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 beschloss der gesamtdeutsche Bundestag am Ende einer intensiven, kontrovers geführten Debatte den Umzug von Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin und damit die Verlegung des Bundestages in das Reichstagsgebäude.

Umbau - Der Wettbewerb
"Sitz des Deutschen Bundestages ist Berlin" – diesen Beschluss fasste der Bundestag am 20. Juni 1991 in Bonn mit einer knappen Mehrheit von 18 Stimmen. Vor dem Umzug von Parlament und Regierung musste das Reichstagsgebäude zu einem modernen Plenargebäude umgebaut werden. 1993 wurde dafür ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Die wesentlichen Planungskriterien waren Transparenz, Übersichtlichkeit und eine vorbildliche Energietechnik. Aus 80 eingereichten Entwürfen wurden drei Preisträger gleichrangig ausgewählt: Foster + Partners (England), Pi de Bruijn (Niederlande) und Santiago Calatrava (Spanien). Norman Foster hatte ein freistehendes, transparentes Dach über dem eigentlichen Gebäude und Teilen der Umgebung geplant, ein Vorschlag, der aus ästhetischen Erwägungen ("Deutschlands größte Tankstelle"), aber auch wegen der zu erwartenden Kosten von 1,3 Milliarden Mark keine ausreichende öffentliche Zustimmung fand. In einer Überarbeitungsphase setzte er sich dann mit einem völlig neuen Entwurf gegen seine beiden Konkurrenten durch.

Auch in dem neuen Entwurf hatte Foster für das Dach des Reichstags keine Kuppel vorgesehen. In seinen Erläuterungen distanzierte er sich sogar ausdrücklich von jeder Erhebung auf dem Dach, die "aus rein symbolischen Gründen" gebaut würde; weder einen Schirm (ähnlich dem ursprünglichen Entwurf) noch eine Kuppel könne er empfehlen. Diese Position ließ sich nicht halten. In den Jahren 1994/1995 mussten auf Druck der politischen Entscheidungsträger die Vorschläge für die Gestaltung des Daches mehrfach überarbeitet werden. Am 8. Mai 1995 wurde Fosters endgültiger Entwurf für eine gläserne, begehbare Kuppel vorgestellt, dem die Abgeordneten zustimmten. Der Architekt Calatrava erhob daraufhin den Vorwurf, dies sei ein Plagiat seines eigenen Wettbewerbsbeitrags, der eine transparente Kuppel ähnlicher Form vorsah. Nach Gutachten und Gegengutachten setzte sich die Ansicht der meisten Fachleute durch, wonach für ein traditionelles architektonisches Gestaltungselement wie eine Kuppel kein besonderer Rechtsschutz beansprucht werden könne. Außerdem hatte schon anlässlich der Ausrichtung des Wettbewerbs 1992 Gottfried Böhm seinen Entwurf für eine Kuppel veröffentlicht, die er 1988 im Auftrag von Bundeskanzler Helmut Kohl entworfen hatte. Dieser Entwurf zeigt bereits eine Glaskonstruktion mit spiralförmig aufsteigenden Gehwegen für Besucher und ist offensichtlich die Grundlage für die schlieZslig;lich von Norman Foster widerwillig realisierte Kuppel.

Bild 1: Der beschädigte Reichstag 1945
Bild 2: 1982 – ohne Kuppel
Bild 3: Mauerfall Ende 1989: Die Sektorengrenze verlief unmittelbar an der Ostseite des Reichstagsgebäudes



[1] bundestag.de
[2] Andreas Biefang: Die andere Seite der Macht. Reichstag und Öffentlichkeit im "System Bismarck" 1871–1890. Berlin 2009, S. 139, 298
[3] "um etwa 15:00" und nachfolgende Zitate nach Georgi K. Schukow: Erinnerungen und Gedanken, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1969, S. 602–603
[4] Datenhandbuch des Deutschen Bundestages, Band III, Abschnitt 21.5 Wiederaufbau und Nutzung des Reichstagsgebäudes in Berlin bis 1990, S. 3341–3350

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Der Deutsche Bundestag ist das Parlament der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz im Reichstagsgebäude in Berlin. Er wird im politischen System als einziges Verfassungsorgan des Bundes direkt vom Staatsvolk (Staatsbürger) gewählt. Die gesetzliche (§ 1 Abs. 1 S. 1 BWahlG) Anzahl seiner Mitglieder beträgt 598. Die tatsächliche Anzahl ist aufgrund von Überhangmandaten meist höher.

Eine Legislaturperiode des Bundestags dauert grundsätzlich vier Jahre. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages (MdB) können sich zu Fraktionen oder Gruppen zusammenschließen und genießen damit einen besonderen Verfahrens- und Organisationsstatus. Dem Bundestag steht der Bundestagspräsident vor.

Im aktuellen 17. Deutschen Bundestag gab es ursprünglich 24 Überhangmandate, jetzt noch 23, so dass er insgesamt aus 621 Abgeordneten besteht. Bundestagspräsident ist der CDU-Politiker Norbert Lammert.

Als Vizepräsidenten und Stellvertreter des Präsidenten sind Eduard Oswald (CDU/CSU), Wolfgang Thierse (SPD), Hermann Otto Solms (FDP), Petra Pau (Die Linke) und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) gewählt.[1] Der Alterspräsident, aktuell der CDU-Politiker Heinz Riesenhuber, leitet gemäß Geschäftsordnung die 1. Sitzung des Deutschen Bundestages bei einer neuen Legislaturperiode.

Der Bundestag hat eine Vielzahl von Aufgaben: Er hat die Gesetzgebungsfunktion, das heißt, er schafft das Bundesrecht und ändert das Grundgesetz, die Verfassung. Hierbei bedarf es häufig der Mitwirkung des Bundesrats, der jedoch keine zweite Parlamentskammer ist. Der Bundestag genehmigt Verträge mit anderen Staaten und Organisationen (internationale Verträge) und beschließt den Bundeshaushalt. Im Rahmen seiner Kreationsfunktion wählt er unter anderem mit absoluter Mehrheit den Regierungschef (Bundeskanzler) und wirkt mit bei der Wahl des Staatsoberhauptes (Bundespräsident), der Bundesrichter und anderer wichtiger Bundesorgane. Der Bundestag übt die parlamentarische Kontrolle gegenüber der Regierung und der Exekutive des Bundes aus, er kontrolliert auch den Einsatz der Bundeswehr. Politisch bedeutsam ist die Öffentlichkeitsfunktion, wonach der Bundestag die Aufgabe hat, die Wünsche der Bevölkerung auszudrücken und umgekehrt die Bevölkerung zu informieren.


[1] Deutscher Bundestag: Präsidium. Abgerufen am 9. Mai 2011.

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Dem deutschen Volke (Originalschreibweise: "DEM DEUTSCHEN VOLKE") lautet seit 1916 die Inschrift über dem Westportal des Berliner Reichstagsgebäudes.

Geschichte der Inschrift
Der Architekt des Reichstagsgebäudes Paul Wallot hatte die Widmung für den 1894 fertiggestellten Neorenaissance-Bau festgelegt. Daraufhin entzündete sich ein Streit um diese Inschrift. Der Berliner Lokal-Anzeiger nannte den Plan "naiv, beinahe komisch", denn der Besitzer des Hauses sei "das deutsche Volk, welches der Bauherr war": "Daß der Baumeister dem Bauherrn widmet, ist nicht üblich".[1] Als Gegenvorschläge brachten u. a. die Reichstagsbaukommission "Dem Deutschen Reiche" und Kaiser Wilhelm II. "Der Deutschen Einigkeit" vor.[2]

Möglicherweise hat Wilhelm II. den Schriftzug zunächst verhindert. Gleich nach seinem Amtsantritt 1888 hatte er eine "Reichstagsausschmückungskommission" ernannt, die Wallot gegenüber weisungsbefugt und ihrerseits dem Kaiser treu ergeben war.[3] Für die ablehnende Haltung des Deutschen Kaisers liefert der Konzeptkünstler Hans Haacke folgende Erklärung:

"Der Begriff des Volkes hat eine zwiespältige Geschichte. 1789 war es das peuple français, das die Bastille stürmte und die Republik ausrief. Eben diese revolutionäre Anmutung war es, die Wilhelm II. bewog, die von Wallot vorgesehene Widmung am Reichstagsportal 21 Jahre lang zu verhindern. Erst als 1915 der Enthusiasmus für das Kriegspielen zu erlahmen drohte, ließ er sich umstimmen. Er stellte dann sogar zwei in den napoleonischen Kriegen erbeutete Kanonen zum Einschmelzen für die ungeliebte Inschrift zur Verfügung. Die erhoffte Stärkung der Heimatfront war ihm das wert. Wallots projektierte Huldigung an die Nutzer seines Gründerzeitmonstrums hatte sich im großen Krieg der Nationen am Anfang des Jahrhunderts in eine martialische Parole verwandelt."
– Hans Haacke [4]

Die von Wallot für den Spruch vorgesehene Stelle blieb mehr als 20 Jahre lang leer. Innerhalb dieser Zeit gab es immer wieder Vorschläge, die jedoch alle abgelehnt wurden, bis ein Jahr nach Beginn des Ersten Weltkrieges der Unterstaatssekretär im Reichskanzleramt, Wahnschaffe, seine Sorge in einem Brief an den Chef des Zivilkabinetts, Valentini, zum Ausdruck brachte, dass der Kaiser mit jedem weiteren Kriegstag die Unterstützung des Volkes verlöre, und es begrüßenswert sei, wenn der Kaiser etwas gegen diesen Treueverlust unternehmen würde durch die Anbringung der Inschrift. Wilhelm II. ließ antworten, dass er keineswegs eine ausdrückliche Genehmigung für die Inschrift erteilen werde, aber sollte die Reichstagsausschmückungskommission beschließen, die Inschrift anzubringen, würde er dagegen keine Bedenken mehr erheben.[5] Die Inschrift wurde im Dezember 1916 angebracht.

Auch über die Schriftart, in der die Widmung auszuführen sei, gab es Streit: Während einige für eine klassische Capitalis plädierten, wollten andere am deutschen Reichstag die "deutsche Schrift" Fraktur sehen.[6] Als Kompromiss gestaltete der Architekt und Typograf Peter Behrens den Schriftzug zusammen mit Anna Simons in "nicht weniger als eine[r] alldeutsche[n] Nationalschrift [...], eine[r] Kapital-Unzial-Fraktur-Bastarda":[7]

"Mit einem zwischen schräggestellter Breitfeder und Flachpinsel lavierenden Duktus modifiziert sie die Grundformen der klassischen Unziale (E, U, T) durch Sporen der linken Schaftfüße in M, H, N und K und Brechung der rechten in M, U, H, N, Knickung des oberen Bogenprofils von E, M, S, C und Serifierung der Schaftansätze in U, H, K und L, indem sie die Rundungen streckt (D) und die Geraden rundet (V) und die Aufschrift in einen vitalistisch-flammenden Kontrapunkt zur geometrischen Architektur verwandelt."
[7]

Zwei erbeutete Kanonen aus den Befreiungskriegen gegen Frankreich 1813-1815 wurden für die Herstellung der 60 cm hohen Buchstaben eingeschmolzen. Die Ausführung der Arbeit wurde von der Bronzegießerei Loevy, einem jüdischen Familienunternehmen, übernommen.

Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Inschrift wurde nach dem Krieg wiederhergestellt und beim Umbau des Gebäudes 1994-1999 erneuert.

Bild 1: Der Reichstag um 1900 – noch ohne Widmung


[1] Rainer Haubrich: Dem deutschen Volke. Das Reichstagsgebäude und andere Hauptstadt-Architekturen. In: Die Welt vom 24. Juli 1999 (online)
[2] Peter Rück: Die Sprache der Schrift – Zur Geschichte des Frakturverbots von 1941. In: homo scribens: Perspektiven der Schriftlichkeitsforschung. Hg. Jürgen Baurmann, Hartmut Günther, Ulrich Knoop. Tübingen: Niemeyer 1993, S. 231‾272, hier S. 245.
[3] Weltkulturerbe. Der Reichstag in Berlin (online)
[4] Wem gehört das Volk? Ein Gespräch mit Hans Haacke von Matthias Flügge und Michael Freitag in neue bildende kunst, Berlin, Nr. 7, Dezember 1999 (online)
[5] Michael S. Cullen: Das Reichstagsgebäude. Ein Baugeschichtlicher Überblick. Zentral- und Landesbibliothek Berlin 1995 (online)
[6] Rück, Die Sprache der Schrift, S. 245.
[7] Rück, Die Sprache der Schrift, S. 246.

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Die nachträglich konzipierte Kuppel hat sich zur vielbesuchten Attraktion und zu einem Wahrzeichen Berlins entwickelt. Besucher können das Gebäude durch das Westportal betreten. Nach einer Sicherheitskontrolle gelangen sie mit zwei Aufzügen zunächst auf das 24 Meter hoch gelegene begehbare Dach (im hinteren Bereich der Dachterrasse befindet sich das kleine Restaurant "Käfer"). Die dort aufgelagerte Kuppel misst 38 Meter im Durchmesser, hat eine Höhe von 23,5 Meter und wiegt 1200 Tonnen. Ihr Stahlskelett besteht aus 24 senkrechten Rippen im Abstand von 15 Grad und 17 waagerechten Ringen mit einem Abstand von 1,65 Meter, verkleidet mit 3000 m2 Glas. An der Innenseite winden sich zwei um 180° versetzte spiralförmige, ungefähr 1,8 Meter breite Rampen von jeweils 230 Meter Länge hinauf zu einer Aussichtsplattform 40 Meter über Bodenniveau – beziehungsweise wieder hinunter zur Dachterrasse. Die Scheitelhöhe der Kuppel liegt bei 47 Meter über dem Boden – deutlich niedriger als bei Paul Wallot.[1] Täglich werden im Durchschnitt 8000 Besucher gezählt.

Norman Foster hatte den Auftrag für den Umbau des Parlamentssitzes mit der strikten Auflage erhalten, dass die Gesamtkosten 600 Mio. Mark nicht übersteigen dürften, eingeschlossen alle Aufwendungen für die Kuppel sowie Nebenkosten und Honorare. Am 19. April 1999 fand die symbolische Schlüsselübergabe an den Präsidenten des Deutschen Bundestages sowie die erste reguläre Plenarsitzung statt. Der Umbau war nach rund vier Jahren Bauzeit termin- und kostengerecht abgeschlossen.

Der Deutsche Bundestag nahm am 7. September 1999 seine ständige Arbeit im umgebauten Gebäude auf. Bis zum Juni 2006 haben insgesamt mehr als 18 Millionen Menschen das Reichstagsgebäude besucht, um die Kuppel zu ersteigen, Debatten zu verfolgen oder sich durch das Haus führen zu lassen.

Aufgrund von Terrorismuswarnungen war die Kuppel Ende 2010 einige Wochen für Besucher geschlossen, seit dem 4. Dezember 2010 ist sie für Teilnehmer von Führungen und Veranstaltungen wieder geöffnet.[2]


[1] Roland Fink, Klaus Horstkötter, Sven Zschippang: Die neue Kuppel auf dem Reichstagsgebäude, Tragwerksentwurf und Konstruktion. In: Stahlbau 68, Jg. 1999, S. 563–575
[2] bundestag.de zur Kuppel

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;-)








ich vor der Kuppel


Blick zur Siegessäule, rechts das Carillon (Glockenspiel)


Die Charité (frz.: Nächstenliebe/Barmherzigkeit) ist ein berühmtes und traditionsreiches Krankenhaus in Berlin. Im Jahr 1710 als Pesthaus gegründet, ergänzte die Charité nach der Gründung der Humboldt-Universität 1810 das Universitätsklinikum und wurde zur bedeutenden Lehr- und Forschungsstätte. Seit 2003 sind die medizinischen Fakultäten der Humboldt- und Freien Universität Berlin unter dem Namen Charité – Universitätsmedizin Berlin vereinigt. Damit bildet die Charité eine der größten Universitätskliniken Europas.


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Der Berliner Hauptbahnhof ist der größte Turmbahnhof Europas und der wichtigste Eisenbahnknoten in Berlin. Nach dem Hamburger, dem Frankfurter und dem Münchner Hauptbahnhof ist er mit etwa 300.000 Fahrgästen täglich der viertgrößte Personenbahnhof Deutschlands. An seiner Stelle im Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte befanden sich zuvor von 1868 bis 1951 der Lehrter Bahnhof und von 1882 bis 2002 der Lehrter Stadtbahnhof.

Das markante Gebäude wurde von dem Architekten Meinhard von Gerkan entworfen. Zusammen mit dem Bahnhof wurde am 28. Mai 2006 eine neue Nord-Süd-Eisenbahntrasse durch den Tunnel Nord-Süd-Fernbahn in Betrieb genommen, die durch das sogenannte "Pilzkonzept" eine völlige Umstellung und Neuordnung des Schienenpersonenverkehrs in Berlin verwirklicht.


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"Stimmen für den Mindestlohn"


"HAFTFOLGEN, KZ, ERMORDET"
Ausschnitt vom Denkmal zur Erinnerung an 96 von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete.
Es befindet sich vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Initiiert vom Verein Perspektive Berlin, erinnert das Denkmal seit 1992 an Reichstagsabgeordnete der Weimarer Republik, die zwischen der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten 1933 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gewaltsam zu Tode kamen oder an den Folgen einer Inhaftierung starben.


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Das Bundeskanzleramt (Abkürzung BK, BKAmt) ist eine Oberste Bundesbehörde, die den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in seinen Aufgaben unterstützt und in der sich auch sein Büro befindet. Es hat seinen Hauptsitz in der Bundeshauptstadt Berlin und einen Zweitsitz in der Bundesstadt Bonn.

Aufgaben und Struktur
Das Bundeskanzleramt hat die Aufgabe, die für die Arbeit des Bundeskanzlers erforderlichen Informationen zu beschaffen und bereitzuhalten. Dies geschieht vor allem durch engen Kontakt zu den Bundesministerien, die ihrerseits über die ressortspezifischen Informationen verfügen. Da das Bundeskanzleramt die Bundesministerien koordiniert, zum Beispiel bei Großen Anfragen, entspricht die innere Struktur des Bundeskanzleramts den jeweiligen Ministerien – man spricht hier auch von 'Spiegelreferaten'. Dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Verteidigung entspricht beispielsweise die Abteilung 2.

Des Weiteren nimmt es die administrativen Aufgaben der Bundesregierung wahr.

Wie alle Behörden ist auch das Kanzleramt in einen Leitungs- und einen Arbeitsbereich gegliedert. Die verwaltungsmäßige Arbeit wird dabei von sechs Abteilungen wahrgenommen:

* Abteilung 1: Innen- und Rechtspolitik
* Abteilung 2: Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik
* Abteilung 3: Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Infrastruktur- und Gesellschaftspolitik
* Abteilung 4: Wirtschafts- und Finanzpolitik
* Abteilung 5: Europapolitik
* Abteilung 6: Bundesnachrichtendienst; Koordinierung der Nachrichtendienste des Bundes

Diese sind weiter in Gruppen aufgeteilt, die sich wiederum in Referate gliedern.

Dem Bundeskanzleramt ist ferner die Stiftung Wissenschaft und Politik zugeordnet.

Die Behörde wird nicht vom Bundeskanzler direkt, sondern vom Chef des Bundeskanzleramtes (abgekürzt ChefBK) geleitet, der gemäß § 7 Abs. 1 GOBReg zugleich die Geschäfte eines Staatssekretärs der Bundesregierung wahrnimmt.


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der Hauptbahnhof


an der Spree, im Hintergrund die Siegessäule


Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) ist ein Ort für die internationalen zeitgenössischen Künste und ein Forum für aktuelle Entwicklungen und Diskurse. In der Hauptstadt Berlin präsentiert es künstlerische Produktionen aus aller Welt unter besonderer Berücksichtigung nichteuropäischer Kulturen und Gesellschaften.

Bildende Kunst, Musik, Literatur, darstellende Künste, Film, wissenschaftliche Diskurse und digitale Medien werden zu einem in Europa einzigartigen interdisziplinären Programm verknüpft. In einer Zeit, in der lokale und nationale Fragestellungen untrennbar mit internationalen Entwicklungen verbunden sind, bringt das Haus die Vielstimmigkeit der Welt zu Gehör und macht diese für den innergesellschaftlichen Dialog produktiv. In Zusammenarbeit mit Künstlern und Experten bietet es den Besuchern Gelegenheiten zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit den Konflikten, Herausforderungen und Fragen unserer Zeit.

Das Haus der Kulturen der Welt gliedert seine Veranstaltungen in drei Themenbereiche:

* Literatur, Gesellschaft, Wissenschaft
* Bildende Kunst, Film, Medien
* Musik, Tanz, Performing Arts

Das Haus der Kulturen der Welt wurde 1989 in Berlin gegründet. Heute ist es Teil des Unternehmens Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH, das auch die Internationalen Filmfestspiele (Berlinale) ausrichtet. Es steht unter der Leitung des Intendanten Bernd M. Scherer. Ihm steht ein international besetzter Programmbeirat zur Seite. Der Geschäftsführung gehören als kaufmännische Geschäftsführerin Charlotte Sieben sowie Dieter Kosslick und Joachim Sartorius an. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist der Kulturstaatsminister (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien), derzeit Bernd Neumann (Stand: 2011).

Das Haus der Kulturen der Welt hat seit seiner Gründung seinen Sitz in der ehemaligen Kongresshalle am Ufer der Spree im Großen Tiergarten. Die Kongresshalle ist ein architektonisches Wahrzeichen der westlichen Moderne. Das Gebäude entstand als amerikanischer Beitrag zur Internationalen Bauausstellung Interbau 1957 und sollte die Freiheit des Gedankenaustauschs verkörpern. Damit war der Bau von Beginn an mit Ideen der westlichen Moderne sowie der damaligen Ost-West-Positionierung verbunden. Diese Geschichte der Moderne unterzieht das Haus mit seinen Besuchern, Künstlern und Denkern einer kontinuierlichen kritischen Revision. Im Berliner Volksmund ist das Gebäude in Anlehnung an seine Form auch unter dem Namen "Schwangere Auster" bekannt.


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Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten befindet sich im Großen Tiergarten im Berliner Ortsteil Tiergarten (Bezirk Mitte) an der Straße des 17. Juni. Die Anlage wurde 1945 errichtet, um die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee zu ehren.

Das Zentrum des Ehrenmals besteht aus einer – zur Straße hin – konkav angeordneten Pfeilerreihe mit einem zentralen, größeren Pfeiler als Sockel für eine acht Meter hohe Bronzestatue. Die Plastik zeigt einen Rotarmisten mit geschultertem Gewehr – ein Hinweis auf das Kriegsende. An den Pfeilern finden sich Texte, die auf die unterschiedlichen Waffengattungen verweisen, sowie die Namen von gefallenen Soldaten. Den Zugang zum Ehrenmal flankieren zwei T-34-Panzer und zwei Kanonen, die in der Schlacht um Berlin im Einsatz waren. Rechts und links vom Hauptweg stehen zwei Sarkophage mit den Namen gefallener Offiziere.


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Hammer und Sichel dienten im vorigen Jahrhundert hauptsächlich als Symbol des Kommunismus auf der Flagge der ehemaligen Sowjetunion. Auch das ehemalige Staatswappen der DDR mit Hammer und Zirkel im Ährenkranz hatte die gleiche Funktion: die Symbolisierung des "Arbeiter-und-Bauern-Staates" im Bündnis mit der "Intelligenz". Der Zirkel steht für die Intelligenz als gesellschaftliche Schicht in der DDR, die Personen mit Hoch- oder Fachschulabschluss und Künstler meint.


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Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal genannt, ist ein Mahnmal für die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten im Holocaust ermordeten Juden. Zwischen 2003 und Frühjahr 2005 wurde das Bauwerk im Zentrum Berlins auf einer etwa 19.000 m2 großen Fläche in der Nähe des Brandenburger Tores errichtet. Der Entwurf stammt von Peter Eisenman. Das Mahnmal wurde am 10. Mai 2005 feierlich eingeweiht und ist seit dem 12. Mai 2005 der Öffentlichkeit zugänglich. Im ersten Jahr kamen über 3,5 Millionen Besucher.

Aufbau
Auf der gewellten Grundfläche wurden 2711 zwischen 0,5° und 2° geneigte Betonquader (Stelen) in parallelen Reihen aufgestellt (54 Nord-Süd- und 87 Ost-West-Achsen). Bei identischem Grundriss (2,38 x 0,95 Meter) weisen die Stelen unterschiedliche Höhen auf, zwischen ebenerdig (112 Stück im Gehweg) und 4,7 Meter. Von den nicht-ebenerdigen Stelen sind 367 kleiner als ein Meter, 869 haben Höhen von ein bis zwei Metern, 491 Stelen sind zwischen zwei und drei Metern hoch, 569 Stelen haben eine Höhe zwischen drei und vier Metern und 303 sind größer als vier Meter. Die schwerste wiegt etwa 16 Tonnen. Innen sind die Stelen hohl, wobei die Wandstärke rund 15 cm beträgt. Am Rand des Stelenfeldes befinden sich 41 Bäume. Die gepflasterte 13.100 m2 große Bodenfläche führt unter das Niveau der umgebenden Straßen.[1] Die gleichmäßig 95 Zentimeter breiten Gänge zwischen den Stelen sind für die Besucher voll begehbar, bieten allerdings nicht genügend Platz, um zu zweit nebeneinander zu gehen.

In einem mehrstufigen Verfahren sind die Stelen speziell oberflächenbehandelt, um eine einfache Entfernung von Graffiti zu gewährleisten. Die Zahl von 2711 Stelen hat nach Auskunft der Denkmalstiftung keine symbolische Bedeutung, sondern ergibt sich aus den Maßen, die der Architekt für diesen Standort wählte.[1]

Ein unterirdisches, 930 m2 großes Museum (Ort der Information) ergänzt den Komplex. Es enthält unter anderem eine Liste aller Namen der bekannten jüdischen Holocaustopfer. Es besteht aus Ausstellungsräumen (778 m2), Vortragsräumen (106 m2) und einem Buchladen (46 m2).[1]

Kosten
Für den Bau des Denkmals wurden 27,6 Mio. Euro aus Mitteln des Bundeshaushalts ausgegeben: 14,8 Mio. Euro für das Stelenfeld, 10,5 Mio. Euro für den Bau des Ortes der Information und 2,3 Mio. Euro für den Ausstellungsbau.[1] Das Grundstück mit einem Wert von ca. 40 Mio. Euro stellte der Bund kostenlos zur Verfügung.

Geschichte, Kritik


[1] Informationsblatt der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

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ich noch mal ;-)






Vorbei an der Komischen Oper Berlin...


...zum Gendarmenmarkt mit dem Deutschen & Französischen Dom und dem Konzerthaus.

Der Gendarmenmarkt im Bezirk Mitte (mitunter als "schönster Platz Berlins" bezeichnet) ist ein Platz in der historischen Mitte von Berlin. Zentrales Gebäude ist das Konzerthaus, das an der Nordseite vom Französischen Dom, auf der Gegenseite vom Deutschen Dom flankiert wird.

Geschichte
Der Platz entstand ab 1688 nach Plänen von Johann Arnold Nering als Teil der Friedrichstadt, die Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich I. in Preußen, Ende des 17. Jahrhunderts anlegen ließ. In diesem historischen Viertel siedelte sich ein Großteil der französischen Einwanderer (Hugenotten) an, denen der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Edikt von Potsdam im Jahre 1685 den Schutz ihrer religiösen Freiheit und volles Bürgerrecht zugesichert hatte.

König Friedrich I. wies sowohl der lutherischen als auch der französisch-reformierten Gemeinde je einen Platz zum Kirchenbau zu. Beide Kirchenbauten entstanden nach 1701, allerdings ohne die später angebauten Türme.

Die eigentliche Gestalt erhielt der Platz unter Friedrich II. mit den beiden identischen Kuppeltürmen neben den Kirchen. Sie wurden in den Jahren 1780–1785 nach Plänen von Carl von Gontard errichtet. Als Vorbild für die Neugestaltung wird oft die Piazza del Popolo in Rom erwähnt, Laurenz Demps jedoch bezweifelt dies.[1] Da das Charakteristikum des Platzes in der Überdimensionierung der Türme, um Vielfaches größer als die Kirchen, besteht, wird manchmal auch als Vorbild das Old Royal Naval College (1703) in Greenwich genannt.

Ursprünglich als Markt angelegt, hieß der Platz im 17. Jahrhundert Linden-Markt, im 18. Jahrhundert bis 1786 Mittelmarkt bzw. Friedrichstädtischer Markt, danach Neuer Markt. Seinen heutigen Namen erhielt er 1799 in Erinnerung an die Stallungen des Kürassierregiments der "Gens d'armes", die der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. 1736 hier errichten ließ.

Sein Sohn Friedrich der Große ließ die Stallungen im Jahre 1773 abreißen, und der Platz erhielt nach den Plänen von Georg Christian Unger eine einheitliche Umbauung mit dreistöckigen Häusern. Zwischen den beiden Kirchen wurde ein kleines französisches Komödientheater gebaut. Es wurde in den Jahren 1800 bis 1802 durch ein neues Nationaltheater mit 2000 Sitzplätzen ersetzt. Dieses vom Architekten Carl Gotthard Langhans geschaffene Theater brannte im Jahre 1817 ab. Karl Friedrich Schinkel lieferte die Pläne für das an seiner Stelle im Jahre 1821 fertiggestellte königliche Schauspielhaus, das heutige Konzerthaus Berlin, das den Mittelpunkt dieses einmaligen Ensembles bildet.

Im Jahre 1936 wurden die gärtnerischen Schmuckanlagen vor dem Schauspielhaus beseitigt und durch das heute noch vorhandene Muster quadratischer Platten ersetzt. Die Umgestaltung repräsentativer Plätze im Zentrum Berlins während der nationalsozialistischen Herrschaft – neben dem Gendarmenmarkt betraf dies den Lustgarten und den Wilhelmplatz – diente vor allem dazu, Aufmarschplätze für propagandistische Veranstaltungen zu schaffen.

Der Gendarmenmarkt war auch Ort des wechselhaften politischen Geschehens in Berlin: Die Revolution von 1848/1849 kündigte sich schon 1847 auf dem Gendarmenmarkt durch die sogenannte 'Kartoffelrevolution' an, einen Aufruhr gegen gestiegene Lebensmittelpreise. Die in den Barrikadenkämpfen während der Märzrevolution von 1848 Gefallenen wurden auf den Stufen des Deutschen Domes feierlich aufgebahrt. Ab September 1848 tagte die preußische Nationalversammlung mehrere Wochen im Großen Saal des Schauspielhauses.

1946 fand auf dem zerbombten Platz ein Konzert des Alexandrow-Ensembles, des berühmten sowjetischen Soldatenchors und -orchesters, statt. Am 2. Oktober 1990, dem Vorabend der Wiedervereinigung, fand hier der letzte Staatsakt der DDR-Regierung unter Lothar de Maizière mit der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie unter Kurt Masur statt.

Der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Platz wurde 1950 anlässlich der 250-Jahr-Feier der 1946 als Deutsche Akademie der Wissenschaften wiedergegründeten Preußischen Akademie der Wissenschaften in "Platz der Akademie" umbenannt. 1991 erhielt er seinen ursprünglichen Namen zurück.


[1] s. Literaturliste: Demps 1993, S. 42.

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Der Französische Dom in der Friedrichstadt im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) von Berlin befindet sich am Gendarmenmarkt. Er ist ein Kuppelturm, der zwischen 1780 und 1785 an die Französische Friedrichstadtkirche angebaut wurde. Diese war 1701 bis 1705 für französische reformierte Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten, errichtet worden. Häufig werden beide Gebäude gemeinsam als Französischer Dom bezeichnet. Die Bezeichnung Dom für den Turm, der keine geistliche Funktion hat, bezeichnet in diesem Fall keine Bischofskirche, sondern kommt von dem französischen Wort dôme, was 'Kuppel' bedeutet. Ebenso verhält es sich mit dem Deutschen Dom auf der Südseite des Gendarmenmarkts; auch hier wurde, gleichzeitig mit der Französischen Friedrichstadtkirche, zunächst nur die Kirche erbaut (damals Neue Kirche genannt).

An beide Kirchen ließ der preußische König Friedrich II. 1785 zwei fast identische, funktionslose Türme anbauen, ausschließlich zugunsten der Prachtentfaltung und der städtebaulichen Wirkung. Vorbild für die symmetrischen Kuppeltürme auf dem Gendarmenmarkt waren die überkuppelten Zwillingskirchen an der Piazza del Popolo in Rom, aber auch die Themse-Ansicht des Baukomplexes von Greenwich Hospital in London von Christopher Wren. Die Gestaltung der Kuppeltürme selbst steht in der Tradition des Palladianismus und rezipiert zudem die damals im Bau befindliche Kirche Sainte-Geneviève in Paris, das heutige Panthéon, von Jacques-Germain Soufflot. Baumeister des Turmes waren Carl von Gontard und Georg Christian Unger.

Dem Bau des Französischen Doms musste der Friedhof der Hugenottengemeinde weichen, die dafür ein unentgeltliches Nutzungsrecht für alle Zeiten für den heute der Stadt Berlin gehörenden Turm erhielt. Im 19. Jahrhundert war in diesem Turm außer den Wohnungen des Küsters und des Kirchendieners die Französische Domschule Berlin untergebracht: an der Nordseite eine Knaben-, an der Südseite eine Mädchenschule mit je sechs Klassenzimmern und der Wohnung des Vorstehers.[1]

Der Französische Dom wurde im Zweiten Weltkrieg am 7. Mai 1944[2] zerstört und zwischen 1981 und 1987 wieder aufgebaut.[3] Der rekonstruierte Turm wurde am 9. August 1987 anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins mit Balustrade in 40 Metern Höhe, Restaurant in der vierten Ebene, Glockenspiel mit 60 Glocken und Hugenottenmuseum der Öffentlichkeit übergeben. Nachdem aus dem gleichem Anlass ebenfalls ein Glockenspiel im Tiergarten mit 68 Glocken gebaut wurde, ist das Glockenspiel im Französischen Dom heute das zweitgrößte der Stadt.

Seit 1935 beherbergt der Französische Dom das Berliner Hugenottenmuseum, das nach dem Zweiten Weltkrieg seit 1956 auch im halb zerstörten Turm besichtigt werden konnte.[4] Während des Wiederaufbaus des Turmes war das Museum von 1981 bis 1982 geschlossen und von 1983 bis 1987 in der Unterkirche der 1983 wiederhergestellten französischen Friedrichstadtkirche untergebracht. Nach der Zerstörung der französischen Kirche im Mai 1944 diente der Turm auch als Gotteshaus. Die Gottesdienste der französisch-reformierten Gemeinde fanden bis zur Wiederherstellung der Kirche 1983 in dem im Französischen Dom im Jahre 1930 eingebauten Erman-Saal (Roter Saal) statt.[5] Der heute nicht mehr existierende Saal lag in der Mitte des Turmes, wo sich heute das Treppenhaus befindet. Heute gibt es auf der Ebene des Hugenottenmuseums links vom Eingang in den Turm einen Gemeindesaal (Sauermann-Salon).

1998 wurde das Restaurant im Turm, eine Weinstube, geschlossen. Von 2004 bis 2006 wurde die Fassade des Doms für sechs Millionen Euro saniert. Im Zuge dessen wurden auch 18 der 60 Bronzeglocken repariert oder neu gegossen. Für die Reparatur der Glocken stellte der BASF-Konzern 50.000 Euro zur Verfügung. Mit einem Glockenspiel am 25. August 2006 wurden die Sanierungs- und Reparaturarbeiten offiziell beendet.[6]


[1] Johannes E. S. Schmidt: Die Französische Domschule und das Französische Gymnasium zu Berlin. Schülererinnerungen 1848–1861. Herausgegeben und kommentiert von Rüdiger R. E. Fock. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3478-0. Link zum Buch
[2] Gerd Fischer: Die Hugenotten in Berlin, 1985, S. 62
[3] Informationstafel im Turm
[4] Die Weltbühne, Band 39, S.89
[5] Ursula Fuhrich-Grubert: Die französische Kirche zu Berlin, Ihre Einrichtungen 1672–1945, 1992
[6] Im Französischen Dom läuten die Glocken, Berliner Zeitung, 26. August 2006

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Das Konzerthaus Berlin ist ein klassizistisches Gebäude auf dem Gendarmenmarkt im Berliner Ortsteil Mitte, das nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut und als Königliches Schauspielhaus am 26. Mai 1821 eingeweiht worden ist. 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, erlitt das Theater schwere Schäden. Nach Wiederaufbau und Umbau zum Konzerthaus wurde es am 1. Oktober 1984 wieder eröffnet und später als Konzerthaus am Gendarmenmarkt bzw. Konzerthaus Berlin bezeichnet.

Entwicklung zum Konzerthaus
Nach Sicherungsarbeiten in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde das Gebäude unter Leitung der Architekten Erhardt Gißke, Klaus Just und Manfred Prasser zwischen 1979 und 1984 wieder aufgebaut. Die Rekonstruktion der Fassade folgte fast vollständig den Plänen Schinkels. Die Innenräume mussten neu konzipiert werden, weil das Haus in Zukunft als Konzerthaus genutzt werden sollte. Es entstanden: ein großer Konzertsaal mit 1600 Plätzen – dafür wurden der ehemaligen Zuschauerraum und die Bühne zu einem Raum zusammengefasst –, ein Kleiner Konzertsaal mit 400 Plätzen, ein Musikklub mit 80 Plätzen und ein Orchesterprobensaal. Die Entscheidung für die neue Nutzung folgte einerseits praktischen Erwägungen: Ost-Berlin, damals "Hauptstadt der DDR", verfügte über mehrere renommierte Theater, es fehlte aber ein repräsentativer Konzertsaal, wie ihn West-Berlin mit der Philharmonie besaß. Damit bekam andererseits die Frage durch den Ost-West-Vergleich auch einen politischen Akzent.

Der Gedanke einer modernen Innenraumgestaltung wurde diskutiert und verworfen. Die Räume erhielten eine klassizistische Dekoration in freier Interpretation der ursprünglichen Fassung. Für dieses aufwendige Projekt mussten Spezialisten für Stuckarbeiten und Dekormalerei, Marmorbearbeitung und die Herstellung von Kronleuchtern zum großen Teil erst geschult werden. Als konkretes Vorbild für den Großen Konzertsaal diente der wesentlich kleinere einstige Konzert- und Ballsaal von Schinkel (sowie der Wiener Musikvereinssaal), einzelne Abmessungen wurden um das Vier- bis Fünffache gesteigert. Die gesamten technischen Abläufe koordinierte Klaus Hempel als technischer Direktor. Die Rekonstruktion insgesamt erhielt international viel Beifall. Die Fachzeitschrift Bauwelt (13/85) sprach von einer "Nachdichtung Schinkelscher Innenarchitektur", meinte aber auch, es sei "ein Haus im Stile Schinkels geworden, nicht in seinem Geiste".

Bild 1: Ruinen des Schauspielhauses (links) und des französischen Doms im Oktober 1951


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Der Deutsche Dom gehört zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten von Berlin. Er befindet sich gegenüber dem Französischen Dom auf dem Gendarmenmarkt in der Friedrichstadt im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte).

Begriffsherkunft
Der Terminus "Dom" bezieht sich eigentlich nur auf den 1780–1785 neben der bereits bestehenden Neuen oder auch Deutschen Kirche errichteten Kuppelturm (frz. dôme = dt. "Kuppel"), der die Kirche an Größe deutlich übertrifft, aber nie eine sakrale Funktion hatte. Die Bezeichnung "Dom" ist aber im allgemeinen Sprachgebrauch auf den Gesamtkomplex von Kirchengebäude und Kuppelturm übergegangen.

Geschichte
Die Kirche wurde in den Jahren 1701–1708 nach Plänen von Martin Grünberg im Stil des Barock auf dem Schweizer Friedhof für die deutsche Gemeinde der Friedrichstadt errichtet. Der zugehörige Kuppelturm wurde gemeinsam mit dem Französischen Dom im Zuge einer umfassenden Neugestaltung des Gendarmenmarktes durch König Friedrich II. von Carl von Gontard gebaut.

Städtebauliches Vorbild für die symmetrischen Kuppeltürme auf dem Gendarmenmarkt waren die überkuppelten Zwillingskirchen an der Piazza del Popolo in Rom. Die Gestaltung der Kuppeltürme selbst steht in der Tradition des Palladianismus und rezipiert zudem die damals im Bau befindliche Kirche Sainte-Geneviève in Paris, das heutige Panthéon, von Jacques-Germain Soufflot.

In den Jahren 1881–1882 wurde die Kirche wegen der Baufälligkeit zum großßen Teil abgerissen und nach Plänen des Architekturbüros von der Hude & Hennicke im Stil des Neobarock wiederaufgebaut.

Nach der Märzrevolution 1848 wurden 183 Opfer der Revolution, die Märzgefallenen, am 22. März auf den Stufen des Deutschen Doms aufgebahrt. Nach einem evangelischen Gottesdienst in der Kirche wurden vor der Kirche kurze Ansprachen von einem evangelischen, einem katholischen und einem jüdischen Geistlichen gehalten, bevor die Särge unter großer Anteilnahme der Berliner Bevölkerung zum Friedhof der Märzgefallenen gebracht und dort beigesetzt wurden.

Zerstörung und Wiederaufbau
Im Jahr 1943 wurde der Deutsche Dom durch einen Brand zerstört und von 1982–1996 wiederaufgebaut. Durch einen Grundstückstausch geriet der Bau in den Besitz des Staates. Seit dem Jahr 2002 beherbergt das Gebäude auf insgesamt fünf Ebenen die Ausstellung des Deutschen Bundestages Wege, Irrwege, Umwege. Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland. Sie ist eine Weiterentwicklung der seit 1971 im Reichstagsgebäude und seit 1996 im Deutschen Dom existierenden Ausstellung Fragen an die Deutsche Geschichte. Die Ausstellung wurde bisher von mehreren Millionen Menschen besucht.


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Das Denkmal für Friedrich Schiller vor dem Schauspielhaus ist eine Auftragsarbeit an Reinhold Begas. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 10. November 1859 anlässlich des 100. Geburtstages des Nationaldichters Friedrich Schiller, zwölf Jahre später die Einweihung. Zwischen 1871 und 1936 hieß dieser Teil des Gendarmenmarkts "Schillerplatz".


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Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg; † 9. Mai 1805 in Weimar, Sachsen-Weimar), 1802 geadelt, war ein deutschsprachiger Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Auch als Lyriker war er erfolgreich: Seine Gedankenlyrik wurde exemplarisch, seine Balladen zählen zu den beliebtesten deutschen Gedichten.

Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik.


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Lessing, Kant, Geothe




ob auch der Dalai Lama in Berlin ist? ;-)


Die Sankt-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz ist seit der Gründung des Bistums Berlin im Jahr 1930 die katholische Bischofskirche in der Friedrichstadt im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Sie trägt bereits seit 1927 den Titel einer Basilica minor und ist der wichtigste katholische Sakralbau der Stadt.


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Die Staatsoper Unter den Linden wird gerade saniert (daher leider auch der Bauzaun auf dem Bild...).



auf der Museumsinsel wird auch alles mögliche renoviert (Pergamonmuseum), weshalb leider nur am Ende vom Bode-Museum ein schönes Bild möglich war


an der Spree mit Blick zum Berliner Dom


Alte Nationalgalerie


Der Berliner Dom (eigentlich Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin) ist eine evangelische Kirche auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel, der hier Museumsinsel genannt wird, im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) von Berlin.

Der 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance und den Barock errichtete Dom gehört zu den bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten in Deutschland. Das denkmalgeschützte Gebäude besteht aus der zentralen Predigtkirche unter der Kuppel sowie der Tauf- und Traukirche. Das Hauptportal liegt am Lustgarten. In der Gruft des Doms ruhen zahlreiche Mitglieder des Hauses Hohenzollern. Die Kuppelkonstruktion wurde 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.

Heute finden im Berliner Dom neben den regelmäßigen Gemeindegottesdiensten auch Gottesdienste anlässlich von Staatsakten oder wichtigen politischen Ereignissen der Bundesrepublik Deutschland statt.


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Das Marx-Engels-Forum ist eine in den 1980er-Jahren errichtete Denkmalanlage in Berlin-Mitte. Es liegt zwischen der Spandauer Straße und der Spree, nahe dem Roten Rathaus. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Gebiet des heutigen Marx-Engels-Forums durch Wohn- und Geschäftshausbebauung geprägt, die im Krieg größtenteils durch Luftangriffe zerstört und nach 1945 abgetragen worden waren. Für die Umgestaltung des Geländes zu einer Parkanlage wurden die noch erhaltenen Gebäude in den 1970er-Jahren abgerissen.

Nach langer Vorbereitungszeit und nachdem staatliche Stellen der DDR wie führende Funktionäre der SED mehrfach in die Entwurfsarbeiten eingegriffen hatten, wurde die jetzige Anlage innerhalb der gleichzeitig neugestalteten Parkanlage am 4. April 1986 eingeweiht. Sie entstand nach Plänen des Bildhauers Ludwig Engelhardt, der seit 1977 künstlerischer Leiter des Projekts war. Auf einer runden, gepflasterten Freifläche sind verschiedene Kunstobjekte platziert. Hauptteil des Ensembles und an zentraler Stelle aufgestellt ist eine Skulptur, die von Engelhardt selbst stammt: überlebensgroße Bronzefiguren von Karl Marx (sitzend) und Friedrich Engels (Höhe: 3,85 m), den Verfassern des Kommunistischen Manifests und Vaterfiguren des Sozialismus.

Diskussion und Zukunft
Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde das Marx-Engels-Forum Gegenstand kontroverser Diskussionen, ähnlich wie der nahegelegene Palast der Republik. 1993 wurde der Name Am Marx-Engels-Forum der benachbarten Straße durch das lokale Parlament aufgehoben.

Die einen sehen in dem Platz das anachronistische Relikt einer überwundenen Epoche und wünschen eine Integration der vorhandenen Denkmalgruppe in eine Neubebauung des Heiliggeistviertels. Andere wollen die Anlage erhalten, wie sie ist – als bemerkenswertes Gesamtkunstwerk, als interessantes Zeugnis der neueren deutschen Geschichte. Inzwischen bezeugen die blankgewetzten Knie und Hände des sitzenden Karl Marx, dass die Figurengruppe jedenfalls als Fotokulisse von Touristen aus aller Welt als Kuriosum empfunden wird.

Wegen des unterirdischen Weiterbaus der U-Bahn-Linie U5 bis zum Brandenburger Tor wurde das Gelände im September 2010 beräumt und das Denkmal am 27. September 2010 an die Seite der Grünfläche zur Karl-Liebknecht-Brücke hin versetzt. An der neuen Position richtet sich der Blick der beiden Figuren nach Westen.[1]


[1] Marx und Engels am Haken. In: Nordkurier. 27. September 2010.

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der Berliner Fernsehturm


Leider war das Rote Rathaus am Boden nicht so gut zu fotografieren, da am Platz vor dem Rathaus gerade rumgewerkelt wird...

Das Rote Rathaus liegt an der Rathausstraße (bis 1951 Königstraße) in Alt-Berlin im Ortsteil Mitte (Bezirk Mitte) von Berlin und ist Sitz des Berliner Senats (früher Magistrat) und des Regierenden Bürgermeisters. Der Name des Gebäudes bezieht sich auf die Fassadengestaltung mit roten Klinkern.

Geschichte
Das Gebäude wurde zwischen 1861 und 1869 von Hermann Friedrich Waesemann erbaut. Vorbild für die Architektur ist das Rathaus in Thorn in Westpreußen. Die Architektur des Turms ist an die Türme der Kathedrale von Laon in Frankreich angelehnt.

Es ersetzte mehrere teilweise aus dem Mittelalter stammende Gebäude und nimmt einen ganzen Straßenblock ein. Die mittelalterliche Gerichtslaube, Teil des alten Rathauses, wurde erst 1871 abgerissen, Originalteile wurden in einer Kopie von Heinrich Strack im Park Babelsberg verwendet.

Außergewöhnlich ist der bauplastische Schmuck am umlaufenden Balkon in Höhe des ersten Stockwerks. Der Terrakottafries aus 36 Relieftafeln mit Ereignissen der Geschichte Berlins und Brandenburgs vom 12. Jahrhundert bis 1871 wurde zwischen 1876 und 1879 von Ludwig Brodwolf (1839–1895), Alexander Calandrelli, Otto Geyer und Rudolf Schweinitz gestaltet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gebäude abermals umgebaut. Als Gründe für den Umbau werden die Olympischen Spiele 1936 genannt.[1] Der Architekt war Richard Ermisch.

Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde das Rathaus von 1951 bis 1956 wieder aufgebaut und beherbergte in Folge der Teilung Berlins den Ost-Berliner Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung und war Sitz des Oberbürgermeisters von Ost-Berlin. Der West-Berliner Senat war bis 1991 im Rathaus Schöneberg untergebracht. 1991 zog die wiedervereinigte Verwaltung offiziell wieder zurück ins Rote Rathaus. Es dient seitdem als Sitz des Berliner Senats und des Regierenden Bürgermeisters.

Von 2005 bis 2006 wurde die Bausubstanz am Turm erneuert. Innerhalb der einjährigen Sanierung wurden auch die Ziffernblätter der Turmuhr neu vergoldet [2].


[1] Senatskanzlei Berlin, Virtueller Rathausrundgang. Exkurs 1: Baugeschichte, [1]
[2] BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Turmsanierung des Berliner Rathauses erfolgreich abgeschlossen, 21. Dezember 2006 [2]

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Der Neptunbrunnen von Berlin (auch Schlossbrunnen genannt) steht zwischen Marienkirche (im Hintergrund zu sehen) und Rotem Rathaus im Ortsteil Mitte. Er ist einer der ältesten Brunnen Berlins und gilt als einer der schönsten der Stadt.

Allegorie
Aus einer Grundschale auf einem dreistufigen Unterbau erhebt sich die kraftvolle Gestalt des antiken Meergottes Neptun. Das Zeichen seiner Macht, den wogenstillenden Dreizack, hat er über die linke Schulter geworfen, den rechten Arm auf den Schenkel gestemmt. Neptun wird von vier mächtigen Tritonen nach Art der Zentauren auf einer riesigen Muschel getragen, umringt von sprudelndem Leben in Gestalt von Kindern, die mit dem nassen Element spielen. Eine Verkörperung der aufsprühenden und rollenden Wellen sind Wassertiere wie Hummer, Krebse, Fische und Polypen sowie wasserspeiende Meer- und Flusstiere: Seeschildkröte, Seehund, Krokodil und Schlange. Am Rande der Schale sitzen vier Frauengestalten, die die Personifikation der Flüsse Rhein (Fischnetz und Weinlaub), Weichsel (Holzklötze), Oder (Ziege und Fell) und Elbe (Ähren und Früchte) darstellen.

Geschichte
Sein Bau geht auf einen Vorschlag Karl Friedrich Schinkels zurück, auf dem Schloßplatz zwischen dem damaligen Berliner Stadtschloss und dem Marstall einen Monumentalbrunnen zu errichten. Der junge Reinhold Begas griff nach einer Italienreise diese Idee auf und entwarf mehrere Versionen, deren letzte aber erst 1888 zur Ausführung kam. Begas ist durch diese zu den größten bildkünstlerischen Brunnenanlagen der Welt zählende Arbeit berühmt geworden. Der Brunnen wurde deshalb früher auch Begasbrunnen genannt.

Der Brunnen war ein Geschenk des Berliner Magistrats an Kaiser Wilhelm II. und wurde am 1. November 1891 eingeweiht.

Nach der Sprengung des Schlosses wurde der Brunnen 1951 abgetragen und eingelagert. Die Figuren waren durch Geschosseinschläge stark beschädigt und wurden im Kunstgusswerk in Lauchhammer restauriert. 1969 wurde der Neptunbrunnen auf der großen Freifläche im Schnittpunkt der Achsen zwischen Fernsehturm und Rathaus wiederaufgestellt.

Diskussionen um die Zukunft
Im Zuge der Planungen für das Humboldt-Forum begannen die Diskussionen, den Brunnen an seinen ursprünglichen Standort auf dem Schloßplatz zurükzuführen. Während die Befürworter der Rückkehr das Ensemble Schloßplatz zwischen Schloss, Marstall, Rathausbrücke, Staatsratsgebäude mit Schlossportal und Breite Straße anführen, argumentiert der Berliner Senat mit der stadtgestaltenden Aufgabe, die der Brunnen zurzeit auf dem namenlosen Platz zwischen Fernsehturm und Spandauer Straße einnimmt und votiert bislang für einen Verbleib am jetzigen Standort.


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oben ist Neptun zu sehen, vorne die allegorische Figur "Der Rhein"




Der Alexanderplatz ist ein zentraler Platz und Verkehrsknotenpunkt in Berlin. Er liegt im Ortsteil Mitte in der früheren Königsstadt und wird im Volksmund kurz Alex genannt. Er wurde nach dem russischen Zaren Alexander I. benannt.

Seit dem Umbau in den 1960er Jahren ist der gesamte Platz den Fußgängern vorbehalten und wird nur seit 1998 wieder von der Straßenbahn gekreuzt. Täglich besuchen ihn mehr als 360.000 Menschen.[1] Er ist laut einer Studie die meistbesuchte Gegend Berlins noch vor dem Kurfürstendamm und gilt als viertbelebtester Platz Europas.[1]


[1] Tagesspiegel: Investor plant höchstes Haus Berlins

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Die Urania-Weltzeituhr ist eine Uhrenanlage in Baueinheit mit einer symbolischen Weltdarstellung auf dem Berliner Alexanderplatz. Sie enthält auf ihrer metallenen Rotunde die Namen von 148 Städten.[1] Seit ihrer Aufstellung ist die Weltzeituhr einer der beliebtesten Treffpunkte Berlins.

Geschichte
Die 16 Tonnen schwere Weltzeituhr wurde am 30. September 1969 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Entworfen wurde sie von Erich John, der damals Dozent an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin war. Er leitete auch die neunmonatigen Bauarbeiten. Ihr Bau war eine Teamarbeit von etwa 120 Fachleuten verschiedenster Gewerke. Die Idee zur Uhr kam 1968 bei der Neugestaltung einer 1966 bei Abrissarbeiten aufgefundenen Uraniasäule (svw. Wettersäule) im Zuge der Neuplanung des Alexanderplatzes[2]. Zwischen Oktober und Dezember 1997 wurde die Uhr für 350.000 Mark unter Verantwortung des Metallrestaurators und Bildhauers Hans-Joachim Kunsch saniert. Bei der Sanierung wurden Städtenamen wie Leningrad in Sankt Petersburg, Alma Ata in Almaty aktualisiert. 20 neue Städte wurden hinzugefügt und die Zuordnung von Städten zu Zeitzonen geändert (Beispiel Kiew).[1]

Gesellschaftliche Bedeutung
Die Urania-Weltzeituhr gilt seit Mitte der 1970er Jahre als beliebter Treff- und Verabredungspunkt auf dem Berliner Alexanderplatz.[3] Unter Berlinern gilt der Mythos, dass ein Liebespaar, das sich um 24 Uhr (Ortszeit) an der Weltzeituhr die Hände hält, für immer zusammenbleibt.[4]


[1] Helmut Caspar: Ärger mit der Weltzeituhr am Alex. Städtenamen sind nicht korrekt. In: 'Märkische Allgemeine Zeitung' vom 24/25. Dezember 1997
[2] Auskunft des Gestalters der Weltzeituhr, Erich John
[3] Carl Endewerth: Soziale Funktionen populärer Orte. Vergleichende Studien kommunikativer Intertextualität in Sozialen Räumen Dissertation. Göttingen 1999
[4] Miriam Zoodlinger: Berliner Mythen. In Studien zu selbstverstärkender Resonanz Festschrift, Marburg 1994

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Toleranz


am späten Abend am Brandenburger Tor



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